Band 
(1815 - 1854)
Entstehung
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523
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4. Kap.)

Ludwig Napoleon wird Kaiser.

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den sollte. Im September trat der „Prinz" eine große Rundreise an, be-gleitet und empfangen von dem Jubelgeschrei des freudetrunkenen Volks,welches ihn zum Kaiser wünschte. In einigen Orten herrschte zwar düste-res. Schweigen, bei dem man den Ruf nach Amnestie desto deutlicher un-terscheiden konnte. Der Präsident bedeutete die Rufer, daß sie sich besserbetragen möchten, wenn sie gehört sein wollten. Im Allgemeinen war dasbeabsichtigte Resultat erreicht und die Stimmung für das Folgende hin-länglich erforscht. Am 4. November kam der Senat zusammen, um dienöthigen Abänderungen in der Regierungssorm zu machen. Schon am5. überreichte er dem Prinz-Präsidenten einen Senatusconsult, worin diekaiserliche Würde wiederhergestellt und Ludwig Napoleon Bonaparte alsNapoleon III. zum Kaiser proclamirt, seine Würde als erblich inder directen natürlichen und legitimen Nachkommenschaft erklärt wurde.Das Volk sollte am 21. und 22. November über alles Dieses abstimmen.Diese Abstimmung fiel so glänzend aus, daß der gesetzgebende Körper beider Prüfung fast 8 Millionen bejahender und nur etwa 100,000 ver-neinender Stimmen zählte. Am 1. December Abends begaben sich die De-putationen des Senats und gesetzgebenden Körpers in die Tuilerien, umdem Präsidenten seine Wahl zum Kaiser anzuzeigen, die derselbe huldreichaus Frankreichs Wunsch anzunehmen geruhte. Am nächsten Tage hieltder Kaiser seinen Einzug in Paris, das illuminirt war und in einemFreudenmeer schwamm. Zahlreiche Gnadenacte gegen Deportirte oder Ge-fangene, Gratisicationen für das Heer und die Ernennung von dreiMar-schällen: Arnaud, Magnan und Kastellane, bezeichneten den schönsten Tagin Napoleon's IH. Leben. Die Dotation des Kaisers mit 25 Millionenschien im Vergleich zum Julikönigthum nicht zu hoch. Ein Decret vom18. regelte die Thronfolge, welche im Falle des kinderlosen Ablebens desKaisers auf Jerome Napoleon Bonaparte und dessen directe männlicheNachkommenschaft aus der Ehe mit Katharina von Württemberg übergeht.Die auswärtigen Höfe beeilten sich, den Kaiser als „ lieben Bruder" zubegrüßen, zuerst Neapel, dann Belgien, England u. s. w. Nur die dreinordischen Großmächte zögerten mit der Anerkennung bis zum Jahre 1853.Dieses Zaudern bestimmte den Kaiser vielleicht, keine politische Heirath,sondern eine Verbindung nach seinem Herzen einzugehen. Er wählte eineSpanierin, die schöne Eugenie, Herzogin von Theba und MarquiseMontijo und machte dies durch jene viel gedeutete Rede den Mitgliederndes gesetzgebenden Körpers, des Senats und des Staatsraths bekanntj22. Januar 1853). Acht Tage darauf erfolgte die Civilehe, am 30. diekirchliche Trauung durch den Erzbischof in Notre Dame. Der günstigeEindruck neuer Begnadigungen von 4312 Individuen wurde durch zahl-reiche Verhaftungen von Journalisten und vornehmen Legitimsten (6.Februar) wieder verwischt. Das Wort des Kaisers: „das Kaisertum