Band 
(1815 - 1854)
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525
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Der russisch-türkische Krieg.

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Mögen aber auch Ruhm und Ehre nur subjectiv sein und den allgemeinenIdeen des Vaterlandes, des Volksthums, der Kirche und der Civilisationzuletzt unterliegen, so sind sie doch allgemein menschlich, und unter allengebildeten Völkern der Erde verbreitet. Welche allgemein menschlicheIdee tragen uns aber die Russen entgegen? sie, die in Allem von unsso verschieden find, daß nur der verstockte Eigennutz die Herrschaft ihresVolks- und Kirchenthums über Europa wünschen kann! Es giebt zwischendem Westen und dem Osten keinen Zusammenhang der Ideen und derInstitutionen; jede Vermittelung fällt hinweg, sobald der Kaiser vonRußland das Abendland mit seinem kirchlich-politischen Absolutismus be-glücken will. Ist der Kampf entbrannt, so wird er so lange währen, biseins oder das andere feindliche Element unschädlich gemacht ist. Deutsch-land, welches über vierzig Jahre in der Furcht Rußlands gefangen lag,wird, mag es unthätig bleiben, oder ihm bcistehen, oder ihm feindlichgegenübertreten, die Fänge des russischen Adlers noch schmerzlicher empfin-den, wenn Rußland den Sieg davon tragen sollte. Daß dieser Siegnur durch eine energische Betheiligung Deutschlands am Kampfe gegenRußland verhindert werden kann, fühlt die öffentliche Meinung, wissen dieRegierungen; aber sie wissen noch nicht, ob nicht, nachdem sie geschwächtund von dem Riesenkampfe ermüdet sind, eine andere gefährlichere Machtim Westen entstanden sein kann, die ihre Selbstständigkeit bedroht odergänzlich vernichtet; sie wissen noch nicht, ob sich nicht innere Elemente in denKampf mischen können, welche die Ruhe und Sicherheit gefährden; siewissen noch nicht, welche Absichten die Westmächte hinsichtlich Polenshegen; sie wissen endlich nicht, ob der Krieg der Westmächte gegen Ruß-land auch mit solchem Nachdruck geführt werden wird, daß er nicht vorErreichung sicherer Bürgschaften, welche eine künftige Störung desFriedens verhindern, aufhört. Nehmen wir dazu die persönlichenSympathien, welche der russische Kaiser in maßgebenden Kreisen besitzt,so dürften die deutschen Regierungen wegen ihres Verhaltens nicht vomPublicum angeklagt werden, das nur sieht, was auf den Brettern vor-geht, nicht aber das, was hinter den Coulissen spielt. Der Ernst derWeltlage erfüllt alle Gemüther und nimmt jedes andere Interesse vor-weg. Eins aber ist jetzt schon erreicht: die Furcht vor Rußlands Machtist im Abnehmen und der Donaustrom geöffnet. Die inneren Partei-kämpfe ruhen, die Verhältnisse befestigen sich, die Vaterlandsliebe erstarktund gewährt den Staaten ein allgemeines Bindemittel, das ihnen längereZeit fehlte.

Nach dem glücklichen Ausfall der Leiningen'schen Sendung hieltRußland seine Zeit für gekommen, wo es, gestützt auf den Vertrag vonBalta Liman vom 26. April 1849, seine Hand nach den wichtigen Do-nausürstenthümern ausstrecken dürfe. Der Kaiser, durch die geringen