Band 
Erster Band.
Seite
53
JPEG-Download
 

53

Garde. Sie wurden noch mit fünfzehnhundert, in dreyBataillons eingetheihe Patrioten verstärkt.

Den 13. Veudemiaire (4. Oktober} brachen dieSektionsmänner gegen den Konvent auf. Eine dieserKolonnen, die durch die Strafse St. Honore vorrückte,griff uns zu ihrem Unglücke an. Ich liefs Feuer ausmeinen Geschützen auf sie geben; sie suchten sichdurch die Flucht zu retten. Ich liefs sie verfolgen;sie warfen sieh auf die Stufen der Kirche St. Rochus.Die Strafse war so eng, dafs man nur eine Kanonehatte durchhringen können ; sie feuerte auf diesen Hau-fen, der sich zerstreute und einige Todle zurückliefs.Das Ganze war in einer halben Stunde beendigt. DieKolonne, welche über die Königsbrücke zog, war nichtglücklicher. Dieses an sich so kleine Ereignifs, dasvon beyden Seiten nicht zweyhundert Menschen ko-stete, hatte grofse Folgen: es verhinderte die Revolu-tion, zurückzuschreiten. Ich schlofs mich natürlichan die Parthie an, für welche ich mich so eben ge-schlagen hatte, und war nun so an ihre Sache ge-bunden.

Die Sektions-Geschichte trug mir den Grad einesDivisions-Generals ein, und vergröfserte meinen Ruf.Da die siegende Parthey über ihren Sieg unruhig war,so hielt sie mich gegen meinen Willen in der Haupt-stadt zurück; denn ich brannte vor Begierde, den Rriegin meiner neuen Stelle mitzumachen.

Diese erzwungene Unthätigkeil war mir um so mehrzuwider, da unsre Armeen durch Pichegru’s Albern-heit oder Verrätherey am Rhein blutige Unfälle erlit-ten. Diesem Besieger von Holland war durch die Re-volulions-Scenen des Prairial die Republik entleidet:schon stand er milden Ausgewanderten im Briefwechsel.Der Ausschufs hatte ihm den obersten Befehl an vertraut.