Band 
Erster Band.
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trappen, zu deren Besoldung ihr, im Fall es nöthigwar, ihr Schatz die Mittel hot. Ihre Seemacht, zuCorfa sowohl, wie zu Venedig, begriff vierzehn Linien-schiffe und sechs Fahrzeuge zweyten Ranges; auf demWerft und in den Magazinen ihres herrlichen Zeug-hause sbefandeii sich zehn weitere Schiffe, deren Ausrü-stung im Falle eines Krieges sogleich geschehen konnte.Als Nebenbuhlerin der Türken war sie zu Beybehal-tung dieser Seemacht bewogen worden, welche sie viel-leicht vortheilhafter gegen eine gute Land-Armee um*getauscht hätte.

Ihre stolze Oligarchie, die Heinrich IV. eine Ehrezu erzeigen vermeynte, als sie ihn in das goldne Buchihres Adels einschrieb, war im Verfall. Sie fürchteteunsre Demokratie, und gleiche Angst hatte sie vorunsern Bajonetten; auch vor dem Einflüsse Oestreichsfürchtete sie sich, dessen Adler sie von allen Seitenmit seinen Klauen umfafst hielt. Sie hoffte das Schiffihres Staates dadurch zu reiten, dals sie es zwischenden furchtbaren Klippen auf gut Gliiek durch die Strö-mung hinfahren liefe; ein thörichtes Verfahren beyden grofeeu Bewegungen, welche sie bedrohten.

Obschon ein solcher Feind an sich nicht sehrfurchtbar war, so konnte er es doch werden, wenn ersich als Bundesgenosse einer starken östreichischenArmee anschlofs, und einem englischen Geschwaderseinen Hafen eröffnete. Ich dachte auch wirklich je-desmal mit einiger Aengstlichkeit an Venedig und denEntschlufs, den es nun fassen würde. Der Senat wies dieedeln Vorschläge Pesaro’s zurück und glaubte der Ge-fahr einen hinlänglichen Damm entgegenzusetzen, in-dem er vermöge eines des Geistes, von dem er beseeltwar, würdigen Beschlusses zwey Prokonsuln (Fosca-rini und Sanfermo) ernannte, um, nach ihnen ertheil-