Band 
Erster Band.
Seite
408
JPEG-Download
 

4ö;

mir aufzuerlegen gedachte, aufser Acht gelassen wor-den sind.

Nachdem alle Aussicht, den Frieden ohne Gefechtezu erlangen, verschwunden war, beschlofs ich in derMitte des Monats November, trotz der rauhen Jahres-zeit, den Waffenstillstand aufzuheben. Hatten wir denOestreichern den ganzen Winter über Ruhe gelassen,so konnte dieselbe biofs zu unserem Nachtheile gerei-chen. Moreau und Brune erhielten demnach den Be-fehl, die Wiedereröffnung der Feindseligkeiten anzu-kündigen.

ich hatte einen sehr kühnen Entwurf gemacht, umBellegarde’s Armee am Mincio zu überflügeln : Mac-donald sollte über die ganze rhätische Alpenkette ge-hen, auf Trient debouchiren und die Oestreicher in dieLagunen von Venedig zurückwerfen, während .Brunesie in der Front angriffe. Um die Ausführung diesesPlanes zu sichern, erhielt Murat den Befehl, aus demLager von Amiens nach Italien aufzubrechen, sobaldPulieney’s Bestimmung bekannt seyn und ihn dort ent-behrlich machen würde. Für einen Augenblick war ichWillens gewesen, mit achtzigtausend Mann über dienorischen Alpen auf Wien loszugehen, indem Moreauzu gleicher Zeit durch da^ Donau-Thal dahin gelangensollte. Demungeachtet beschlofs ich, mich nicht per-sönlich zu Brune’s Armee zu begeben, weil dieselbedurch den Gang der Ereignisse nur Nebensache werdenmufste: in diesem Entschlüsse bestärkte mich das, wassich zur Zeit der Schlacht von Marengo in Paris bege-ben hatte. Die am i8- Brumaire überwundene Partheywar noch ä'ufserst thütig: auf die erste durch einenHandels-Kux-ier eingetroffene Nachricht von Melas Fort-schritten , sollen die Jakobiner . welche mich für be-siegt hielten, dem damaligen Kriegsminister Carnot