25
messen verstanden, schenkten diesen Sagen Glauben.Ihr Ergebnifs war, dafs die royalistische Parthey sichverstärkte, und ich hey’m Volke und bey der Armeeverschrieen wurde; denn das eine wie die andereiiengen an, meine Anhänglichkeit an ihre Sache zubezweifeln. Eine solche Meynung, darauf berechnet,uns zu eutzweyen, konnte ich nicht fortbestehen las-sen. Um jeden Preis mufste ich Frankreich, die Roya-listen und Europa enttäuschen; sie alle sollten wis-sen , woran sie mit mir seyen. Eine theilweise Ver-folgung solcher Schwätzereyen ist immer nur vonschlechter Wirkung, weil sie das Uebel nicht an derWurzel angreift. Auch war dieses Mittel unmöglichgeworden.
Bald erfuhr ich, dafs Moreau Verbindungen mitjenen Verschworenen gehabt habe. Diefs machte dieSache schon liitzliclier; denn Moreau hatte eine rie-senhafte Popularität. Es war klar, dafs man ihn ge-wännen wollte. Er war im Besitze eines zu grofsenRuhmes, als dafs wir gute Nachbarn hätten seyn kön-nen. Der Plan zum Feldzuge igco. zu dessen Wür-digung es ihm an Einsicht oder gutem Willen fehlte,hatte den Zwietraehtsapfcl zwischen uns geworfen undseine Anmai'sungen enthüllt. Er traute sich zu vielUeherlegenheit zu, um mir blofs passiv zu gehorchen.Es mufste ein anständiges Mittel atifgefunden werden,das uns vollends auseinander brächte: er fand es, in-dem er bey jeder Gelegenheit über die Verfügungenmeiner Regierung loszog, ohne auf die Zuvorkommen-heit, wodurch ich mir seine Anhänglichkeit gewinnenwollte, nur irgend Rücksicht zu nehmen.
Man hat vorgegeben, ich sey eifersüchtig auf ihngewesen: diefs ist ein Irrthum; allein er war sein-eifersüchtig auf mich. Ich schätzte ihn, weil er ein
%