124
nicht hätte ahhalten können, an die'Oberdonau vor-zurücken. Wäre es nicht eben so gut gewesen, mirdie Rückkehr nach Strafsburg anzurathen? Wirklich,was hätte, wenn ich in Passau geblieben wäre, denHerzog von Braunschweig ahhalten sollen, über Nürn-berg nach Ulm zu marschiren? Das Mittel gegen einsolches Unternehmen bestand einzig darin, sich ent-weder hinter den Rhein zurückzumachen, oder durcheinen Angriff auf die Russen dem Feinde zuvorzukom-mcn. Das Eine war schimpflich, das Andere rühm-lich; da war nicht lange zu wählen. Ich habe rich-tiger geurtheilt, als meine Tadler, wenn ich meinenVortheil darin erkannte, so sehr von einander ent-fernte Korps nacheinander zu schlagen. Ich war über-legen in den Schlachten; ich mufste sie aufsuchen.Verlor ich auch ein Gefecht, so konnte ich das Ge-biet bis an die Donau räumen, oder es auf die Ver-mittlung Preiifsens, das ich zum Schiedsrichter beyden Unterhandlungen gewählt haben würde, ankom-men lassen.
Durch die Besetzung Wiens machte ich Berlin er-zittern, machte mir Oestreichs uuermefsliehe Hülfs-quellen zw Nutze, hob ich alle Uebereinstimmungzwischen der russischen Armee und dem ErzherzogKarl auf, war ich Herr von allen Bewegungen. Esgehört wahrlich eine sehr starke Verkleinerungssuchtdazu, um so falsche Schlüsse ziehen zu können, wiedie Bekrittler jenes Planes es gethan haben. Sich amInn aufstellen, während die Preufsen nach Schwaben,der Erzherzog Karl nach Oberöstreich, und die Rus-sen an die Donau zogen, hätte gerade den Punkt wäh-len heifsen, wo diese drey Massen ihre OperationenSn Uebereinstimmung bringen und ihnen eine gemein-schaftliche Richtung geben konnten. Noch hätte diese