Band 
Zweyter Band.
Seite
367
JPEG-Download
 

367

fallen war, so dachte ich, dafs man, um zu gut ma-növriren zu wollen, die gewisse Gelegenheit, ihn fürseinen Fehler zu züchtigen, nicht vorbeygehen lassendürfe. Man wird sogleich sehen, wie sehr ich Rechthatte, diesen Theil zu erwählen.

Friedland liegt in einer Krümmung der Alle, de-ren einwärts gehender Winltel von Seiten des Feindesumgangen war. Dieser Winltel öffnete sich ein wenignach der Seite, von woher wir harnen, spitzte sichaber nach der entgegengesetzten Seite so sehr zu, dafsaufser der Stadt und einem langen See, der seine Ent-stehung einem zum Beliufe der Mühlen gesperrten undsich von da in die Alle ergiefsenden Bache zu dankenhat, durchaus kein weiterer Raum vorhanden ist.

Des Feindes linker, aus vier Divisionen unter demFürsten Bagration bestehender Flügel, lehnte sich aufeiner Seite an eine Krümmung der Alle, etwas ober-halb Friedland; auf der andern an den Mühlbach, derdie Ebene durchschneidet, und diesen Flügel vom rech-ten trennte. Letzterer, der drey Divisionen unter demFürsten Gortschakof und zvvey Drittheile der Pieitereybegriff, dehnte sich in der Ebene nördlich gegen Hein-richsdorf aus. Zur Erleichterung seiner Verbindungenhatte der Feind unmittelbar neben der Stadt und sehrnahe an seinem linken Flügel drey Brücken über dieAlle geschlagen. Es war klar, dafs man, um einenentscheidenden Streich zu führen, zuerst diesen linkenFlügel über den Haufen werfen mufste, um sich Fried-lands und der Brücken bemächtigen zu können; dennder rechte, der sich auf drey Viertelstunden von derStadt nordwärts erstreckte, war dann dadurch an dieAlle angedrückt und abgeschnitten. Nach diesen vor-liegenden Umständen war mein Plan in einem Augen-blicke entworfen; die gröfste Deutlichkeit herrscht in