372
Katastrophe des linken Flügels in Kenntnifs gesetzt,beschliel'st der Fürst, sich mit dem Degen in der Fausteinen Ausweg zu bahnen. Eine seiner Divisionendringt nach Friedland ein, wo sich aut’s Neue einfürchterliches Handgemenge mit Ney’s Truppen ent-spinnt. Allein schon sind die Brücken abgebrannt, undLannes und Mortier fallen von hinten auf den Feind,den Ney und Victor von vorne anhalten. Jetzt wurdedas Getümmel erst ganz entsetzlich, und Alles lielsdie Vernichtung dieser einen Hälfte der feindlichenArmee voraussehen. Allein man mufs diesen tapfernLeuten Gerechtigkeit widerfahren lassen; keines derabgeschnittenen Korps dachte an’s Kapituliren; sie zo-gen vor, sich in die Alle zu werfen, um Fürthen auf-zusuchen, und eine grofse Menge Menschen setzte sichhiebey dem Ertrinken aus. Auf solche Weise gelang esihnen, wieder zu Bennigsen zu stofsen. Selbst dieArtillerie stürzte sich in den Flufs; allein nur einemkleinen Theile derselben gelang es, sich zu retten.Die Reiterey ihres äufsersten rechten Flügels, die nichtmehr Zeit hatte, an diese Fürthen zu gelangen, zogsich längs des linken Ufers auf Allenburg, wo siewieder über den Flufs gieng.
Bennigsen hatte an diesem Tage Fehler über Feh-ler begangen; der erste war, dafs er nicht kräftig überLannes herfiel, als er am Morgen aus Friedland debou-chirte; hätte er sich dadurch nicht den gewissen Siegverschafft, so gewann ersieh doch ein passendes Schlacht-feld, und er hätte, durch eine Schwenkung von seinemlinken Flügel aus, so dafs sein rechter bis Heinrichs-feld reichte, seine gerade Rückzugslinie nach Wehlauhinter sich erhalten, ohne dafs er sich aussetzte, indie Alle geworfen zu werden. Sein ganzes Benehmenwar ein Gemisch von Verwegenheit, Unklugheit und