Band 
Zweiter Band.
Seite
16
JPEG-Download
 

16

Ein ehemaliger sächsischer Minister, Gras Manteuffel,mit welchem der Prinz mündlich und schriftlich zu verkeh-ren liebte, und der den Wissenschaften die eifrige Theil-nahme eines eingehenden Dilettanten widmete, sagte ihm,er sei einst von denselben Zweifeln ergriffen gewesen, aberdie Metaphysik von Wolf habe ihn davon zurückgebracht:dieses Buch enthalte alles, was die Philosophie Überzeu-gendes über diesen Punct aufstellen könne, in einer sehr ein-fachen Beweisführung.

Ein anderer Sachse, derselbe Suhm, der in jenen Zei-ten der Zerwürfnisse in der Familie sich das Vertrauendes Prinzen erworben hatte, ein Mann von noch feine-rem, sinnvollem Geist, gab sich die Mühe, Wolfs ver-nünftige Gedanken von Gott der Welt und der Seeledes Menschen, denn dies ist das Buch das man WolfsMetaphysik nannte, für den Prinzen ins Französische zuübersetzen, da dies nun einmal die Sprache war, in derer über allgemeine Dinge sich ausdrückte und wohl auchdachte, und sie ihm Capitel für Capitel zuzustellen.

Aus den Briefen an Suhm, welche zu den harmlose-sten gehören, die von Friedrich übrig sind, kann man se-hen, mit welcher naiven Lernbegierde er diese Hefte durch-ging, nicht ohne sie mit dem deutschen Original zu ver-gleichen, zumal da ihm Suhm sagte, daß die deutscheSprache sich für die abstractcn Erörterungen besser schicke,als die französische; mit welchem Eifer er sich ihren In-halt aneignete.