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Zweiter Band.
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am frühesten und tiefsten ergriffen hatte, und alsdann mitder größten Anstrengung zurückgedrängt worden war.

Noch im Jahr 1611 hören wir einen katholischenBischof klagen, daß es in Schlesien viel tausend Flecken,Städte und Dörfer gebe, wo kein einziger Mensch katho-lisch sei. Bald aber brachen die Stürme des dreißigjäh-rigen Krieges aus, gleich anfangs geriethen Glatz undOberschlesien in die Gewalt der katholischen Reaction;trotz ihrer späteren Unfälle drang diese doch in Nieder-schlesien ein; die Festsetzungen des westphälischen Friedensließen eine Erklärung zu, kraft deren der Kaiser, der sichals Vollzieher der priesterlichen Absichten darstellte, es wa-gen durfte einen großen Theil jener Städte Flecken undDörfer in seinen erblichen Fürstenthümern ihrer Kirchensowohl wie ihrer Prediger zu berauben; nicht ohne eineArt von Bürgerkrieg. Wie oft haben die Bauern sichzusammengeschaart, um ihre Kirchen mit ihren Leibernzu decken I aber der offenen Gewalt erlag der Trotzder Bauern, wie der Widerspruch der Städte vor ihrzurückwich. Mußten doch selbst tapfere Kriegsanfüh-rer ihre Hauscapellen versiegelt sehen. Ein großes Un-glück für die Protestanten war der Abgang der liegnitzi-schen Piasten, die ihnen bisher noch eine Zuflucht ge-währt hatten und die Einziehung ihrer Herzogthümer.

1. H. Wuttke: Friedrich des Großen Besitzergreifung von Schle-sien Bd. II, S. 165; gute Zusammenstellung des zerstreuten Ma-terials. Besonders charakteristisch ist der aus Erhardts Presbsttero-logie S. 216 mitgetheilte Bericht über die Besitznahme des Krom-mendorfer Kirchhofes.