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Einen Eindruck ohne Gleichen mußte es nun auf siemachen, daß eben in dem nämlichen Augenblick der mäch-tigste evangelische Fürst in Deutschland, der junge Königvon Preußen in ihren Grenzen erschien.
Sie zeigten Prophezeiungen auf, die ein solches Er-eigniß in ihren höchsten Nöthen immer angekündigt hat-ten; sie wußten zu erzählen, der König habe einst imTraum die Provinz in Flammen stehen sehen, und drei Malhinter einander habe ihn eine vernehmliche Stimme er-mähnt, ihr zur Hülfe zu eilen; sie erblickten in ihm einenihnen vom Himmel geschickten Schutzengel. *
Wie sonderbar, daß einem von dem positiven Glaubender protestantischen Kirche abgewandten Fürsten diesesüberschwängliche Vertrauen derselben entgegenkam. Wasbei ihm Politik und Ehrgeiz war, umkleideten sie mit re-ligiöser Phantasie. Seinen persönlichen Meinungen frag-ten sie nicht weiter nach als in so fern sie ihnen Heilbrachten: sie hielten sich mit Recht nur daran, daß erder König eines protestantischen Reiches war; wenn esihm einigermaßen gelang, so mußte er ihnen helfen.
Wenn nun aber überall so mächtig, so wirkte seineAnkunft doch am durchgreifendsten in der Hauptstadt ein,wo die Bürgerschaft zwar ihre alte religiöse Freiheit be-hauptete, aber durch den Anblick der Thätigkeit und desFortschreitens der Gegner derselben in unaufhörlicher Be-sorgniß und Aufregung gehalten ward.
1. Tagebuch des Feldpredtger Seegebart. Lls.