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Der Wahnsinn in den vier letzten Jahrhunderten / nach dem Französischen des Calmeil bearbeitet von Dr. Rud. Leubuscher
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es mir aber thunlieb schien, die an vielen Stellen zu breiteAuseinandersetzung bedeutend gekürzt und zusammengezogen.Einzelne Abschnitte habe ich ganz übergangen. Die Einleitungvon Cal in eil über den Wahnsinn im Allgemeinen enthält vielSchönes; sie schien mir aber für einen Kenner des Fachesnichts wesentlich Neues und Charakteristisches zu bringen;für einen Laien aber, der die Sache noch gar nicht kennt,nicht tief genug einzugehend, um ihm ein Verständniss derganzen Erscheinungen des Wahnsinns zu gewähren, auch nichtdurchaus zum Verständniss des Folgenden nothwendig. Ebenso habe ich die Ansichten der Schriftsteller des achtzehntenJahrhunderts nach der Zusammenstellung von Calmeil nichtwiedergegeben, wir besitzen sie im Deutschen in der Literär-gesehichte von Fried re ich viel besser und vollständiger;auch gewinnt die Psychiatrie mit dem achtzehnten Jahrhundertschon eine selbständigere Form und Bedeutung; cs wird noth-wendig, ihre Entwickelung zu verfolgen und sich nicht mehrmit der blossen Aneinanderreihung vouExcerpten aus den Schrift-stellern zu begnügen. Die meisten der vonCalmeil citirtenQuellen habe ich, so weit die Kräfte der hiesigen Bibliothekenreichten, selbst nachgelesen und verglichen, und habe michvon ihrer Richtigkeit überzeugt. Von besonderem Nutzen zueiner allgemeineren Uebersicht, hauptsächlich über die früherenJahrhunderte und die Hexenprozesse waren mir die Werke vonJules Gar in et (Histoire de la magie en France ), dieDämonomagic von Horst, das Werk von Meiners (Histo-rische Vergleichung der Sitten u. s. w. des Mittelalters), vorAllem die durch ihre scharfe Kritik und grosse Masse desbewältigten Stoffes ausgezeichnete Arbeit von Sold an (Ge-