Einleitende Betrachtung.
.Das geistige Leben eines jeden Menschen muss, wennes vollständig und richtig beurtkeilt Averden soll, einerdoppelten Weise der Betrachturg unteiworfen werden.Es fordert seine Betrachtung als ein individuelles undals ein Glied in der Kette der Gesellschaft. Ein geistighochstehender Mensch, eine hervorragende Persönlichkeitkann durch die Macht des Gcn'us viele Tausende zueiner andern geistigen Entwickeluig überführen und fort-reissen, aber die Macht des geistigen Lebens der Ge-sammtlieit, der Gesellschaft, in welcher das Individuumsich gross gebildet, übt ihrerseits eine nicht zu über-windcnde Macht auf den individuellen Geist aus. Esist unmöglich, dass sich der Mensch von dem Geisteseiner Zeit ganz losreisse; der Irrtlium und die Lüge,die in der Zeit ist, hängt wie ein Bleigewicht an denkühnsten Erhebungen und bildet oft einen dunkeln Fleckauf den reinsten und edelsten Gebilden. — Diese Er-fahrung ist voran zu stellen, AAiim Avir ein Stück vonder Gestaltung des Wahnsinns ii der Geschichte gebenAvollen J ). —
1) Seitdem man dem Studium des Wahnsinns mehr Aufmerksamkeitgeschenkt hat, konnte man deutlich erkennen, AA’ie ersieh nach denreligiösen und philosophischen Anschten des Volkes, der Zeitartet; man kann verfolgen, dass er sich in ein und demselbenLande nach den äussern politischen Verhältnissen, nach der Be-schaffenheit der literarischen Erzeignisse, nach dem Zustandeder Künste und Wissenschaften verschieden darstellt. Seitdemphysikalische und chemische Anschiuungen populärer gewordensind, phantasiren die Wahnsinnigei von Elektricität, Hohlspie-geln, optischen Einwirkungen. Mai errichtet grosse elektrische
Cal in eil. 1