47
ein und derselben Person Umgang gehabt ; ein Mädchenvon 18 Jahren, die zu Cerdene verbrannt wurde, hattesich einem bösen Geiste hingegeben; ebenso die Hexe,die 1556 in der Nähe von Laon verbrannt wurde. Suc-cuben kommen selten vor *).
Durch die Wirkung des Teufels auf unsere Organewird der Wahnsinn zwar nicht nothwendig, aber doch öfterhervorarerufen; der Somnambulismus wird zuweilen durcheinen übernatürlichen Reiz erzeugt. Die Besessenen wer-fen manchmal durch den Mund Haare, Holz, Nadeln ausund haben seltsame Konvulsionen. So wurde bei einerBesessenen das Kinn nach dem Nacken verdreht, dieZunge aus dem Munde herausgezogen; die Töne, die sieausstiess, hatten Aehnlichkeit mit dem Gekrächze einesRaben; sie ahmte auch das Geräusch der Elster, dasSchreien des Kukuks nach a ). ■— Der Teufel kann durchden Mund der Besessenen sprechen, und nimmt dazumanchmal eine Sprache, welche die Besessenen selbstnicht verstehen; er erzählt Dinge, die sie gar nicht wissen.Die Dämonen spielen auf den Organen der Besessenen,wie auf Instrumenten. Auch die Exorcisten sind der Ge-fahr ansgesetzt, besessen zu werden; St. Gregoriusund Ni der erzählen von Priestern, wie der Teufel in siegefahren. — Die Tliiere können ebenso wie die Menschenexorcisirt werden; auch die unreinen Wohnungen kannman dadurch reinigen * * 3 ).
Die Seele, als das geistige Wesen, welches denOrganismus belebt, kann für einen Augenblick darausfortgezogen und entfernt werden. So ist die ecstatischeVerzückung zu erklären, die übrigens nur durch Hülfeübernatürlicher zu Stande kommt. Die Ecstase der Teu-felsanbeter verlangt die Beihülfe des Satans; so stand
r> Bodin I. c. p. 108 .
2} ll)id. p. 160.
3) Ibid. p. 156. Im Jahre 1557 wurde in Frankreich ein Prozessgegen eine eigenthiimliche Art von grünen Fliegen anhängig ge-macht, (De l’origine, de la forme et de l’esprit des jngementsrendns contre les animanx etc., von Leon Merabrea), inVol. 12. der M5moires de la socit-te royale academiqnc de Savoie.