__ 48
Cardan, der fast willkührlich Ecstase hcrvorrufen konnte,unter seiner Herrschaft. Die Seele kann weit fortwandern ;sieben Ecstatische, die 1559 zu Nantes verbrannt wurden,deren Unbeweglichkeit mehrere Stunden gedauert hatte,rühmten sich zu wissen, was während ihres Anfalls inder Umgegend und im Innern der Stadt vorgegangen sei;Jean Baptista Porta, der Präsident Latourrettehaben die Erzählungen mit ihren eigenen Ohren gehört.
Die Lykanthropie, der Zustand, wo sich die Men-schen in Wölfe verwandelt glauben und in den Wäldernumherlaufen, ist von vielen Aerzten für eine Krankheitgehalten worden: so Paul von Aegina; aber Theo-phrastus, Pomponatius und selbst Ferneliushalten sie für wirklich und unzweifelhaft. —
Die Monographie von Leloyer: „Sur les spectres”erschien vier Jahre nach der Abhandlung üblgf Dämono-manie. Die von Leloyer angeführten Fakt en sind we-niger wie bei Bodin aus den Pariamentsakten geschöpft,aber seine genaue Kenntniss alter und neuer Literaturhat ihn befähigt, eine Menge für das Shudium der Hallu-cinationen wichtiger Thatsachen zusamnnenzustellen.
Die Stimmen, die manche Mensclnen hören, wennNiemand in der Nähe ist, sind entweder Stimmen vonEngeln oder Teufeln. Die bösen Geister, die sich nichtimmer zeigen mochten , wenn sie redeten, haben glaubenlassen, dass Bäume und Statuen reden könnten. So habendie Eichen von Dodona, der Stier des Jupiter in RhodusTöne von sich gegeben. Auch ein Hund hat Verse her-gesagt *). — Es giebt bestimmte Orte, wo man Seufzervernimmt, Geklirr von Ketten, Geschrei, Wiehern, wosich Erscheinungen unter allen Formen drängen. Dannsind Dämonen in der Nähe, die man Kobolde nennt(lulins ou foilels). Auch nach dem Tode können dieSeelen den Sinnen der Lebendigen in einer phantastischenForm sich kundgeben. So erschien die Tochter des
1) Pierre Leloyer, Quatre livres Des spectres etc. Angers.In 4°. 1588. Liv. 2. cap. 6.