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Der Wahnsinn in den vier letzten Jahrhunderten / nach dem Französischen des Calmeil bearbeitet von Dr. Rud. Leubuscher
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berühmten Rechtsgelehrten Dumoul i ns ihrem Gatten, demBailli von Coulomniers, und verkündete ihm die Namenihrer Mörder 1 2 ). Die Erscheinungen von Verstorbenensind indess trügerisch, denn die Dämonen geben sich zu-weilen für Seelen im Fegefeuer aus. Einem Privatmannerschien sein verstorbener Freund, entkleidete sich undlegte sich neben ihn, schien ihm aber, als er sich anseiner Seite ausstreckte, sehr kalt zu sein. EinemFreunde des Cardan erschien ein Kobold, dessen Handweich wie Seide und kalt wie Eis war a ). EinemBruder Adam erschien ein Gespenst als ein mit Eis be-deckter Baum, dann als Mönch, dann als Esel, dann alseine schwarze Gestalt auf einem braunrothen Pferde.Vergeblich suchte er dies Gespenst mit dem Degen ab-zuwehren ; erst als er sich in einen Kreis eingeschlossen,verschwand der Geist unter der Form eines Rades 3 ).Guftgeister unterscheiden sich durch ihre Geschwätzigkeitund ihre Fähigkeit, verschiedene Sprachen zu reden; esgiebt auch stumme Geister, welche die Menschen un-empfindlich machen, so dass sie ins Wasser, ins Feuerfallen, als wenn sie an der hinfallenden Sucht litten 4 ).Der Coitus mit Incuben und Succuben ist niemals frucht-bar. In manchen Wohnungen werden die Bewohner jedeNacht von dem Geräusch von Schlägen an die Glockenoder an die Dielen aufgeweckt; sie hören lachen, pfeifen,in die Hände klatschen; Schatten huschen vorüber; Ge-spenster fassen sie an den Füssen, an der Nase, au denOhren, legen sich schwer auf ihre Brust. Solche Häusersind besondere Versammlungsplätze der Dämonen.

Die Verwandlung eines Menschen in ein Thier ist niewirklich; nur weil der Satan den Lykanthropen so täuscht,dass er sich wie ein wildes Thier vorkommt, läuft er mord-und beutelustig durch die Felder 5 ). Der Ausbruch des

1) Pierre Leloyer 1. c. Tom. 2. cap. 4. p. 45. 57.

2) Ibid. Tom. 1. p. 417 18.

3) lbid. Tom. 1. p. 510.

45 Ibid. Tom. 2. p. 316.

5) Ibid. Tom. 1. p. 272.

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