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Wahnsinns setzt jedesmal ein Leiden in irgend einemOrgane voraus; ein Dämon aber nimmt dann von denaflicirten Theilen Besitz und bringt von da aus den Ver-stand in Unordnung. Erst im Augenblick des Todes ver-lässt die Seele den Körper, und selbst während der ecsta-tisclien Verzückung der Behexten ist sie im Körper nochgegenwärtig; nur ist sie dann von den lebhaften Bildern,die ihr der Teufel vorspiegclt, so in Anspruch genommen,dass der Kranke leblos erscheint. Wenn der Teufel indie Seele des Ecstatischen das Bild wirklicher Ereignisseeindrückt, so kann derselbe bei seinem Erwachen ent-legene Begebenheiten mit derselben Treue wiedererzählen,als wenn die Seele für einige Zeit abwesend gewesenwäre.
Franz. Ponzinibius prüft furchtlos die Gründe,welche der Kriminaljustiz seiner Zeit zur Richtschnurdienen. Er behauptet, dass die Teufclsverchrung nur eineKrankheit sei; es seien Sinnestäuschungen, welche dieLanden glauben machen, dass sie sich dem Satan ergeben.Es sei grausam, Kranke zu verbrennen, und ihre Aus-sagen sowohl über sich, als über Andere verdienten keinenGlauben. Er hebt hervor, dass die kirchlichen Richterim Widerspruch zu den Bestimmungen des Concils vonAncyra ständen, wo erklärt wurde, dass die Schandthatender Zauberer nicht in Wirklichkeit begangen wären. DieInquisitoren sollten eher diejenigen züchtigen, welche dieIrrthümer über Zauberei verbreiteten 1 ).
Andreas Alciatus greift muthig einen Inquisitoran, der in Piemont eine Menge von Geisteskranken ster-ben liess. Auch er beruft sich auf ein Concil, wo manvon der Absurdität des Hexensabbats gesprochen hatte.Die phantastischen Visionen der Frauen, welche ihreMänner verlassen haben wollten, die übrigens nie Etwasdavon bemerkten, um den Festen der Hexen beizuwohnen,
1) Franz. Ponzinibius, De lamiis, in Thesauro magno jnrisconsultorum; dann: Die Entgegnung von Barth, de Spina, imMalleus malef.