Abend war, so beschloss der Pater Surin doch noch,seine kräftigsten Exorcismen loszulassen und den Dämontrotz seines Widerstrebens zur Anbetung zu bringen.Die Besessene musste in die Kapelle gehen; hier aberstiess sie gleich eine Masse von Schimpfworten aus, wolltedie Umstehenden und selbst den Exorcisten schlagen, bissie dieser endlich sanft in die Nähe des Altars führenund auf einer Bank festbinden Hess und nun dem DämonIsaacarum befahl, sich vor Jesus zu demüthigen. DerDämon verweigerte es unter den fürchterlichsten Schmä-hungen. Darauf sang Surin das Magnificat, und als erau die Worte kam ,,Gloria patri” etc., schrie die ruch-lose Nonne, „deren Ilerz wirklich vom Teufel erfüllt war”:„Verflucht sei der Vater, der Sohn und der heilige Geist,Maria mit allen himmlischen Ileerschaaren.” Beim AveMaria Stella mehrten sich die Schimpfworte gegen Mariaund Gott. Auch das gloria war nur eine Veranlassungzu nenen Schmähungen. Surin mühte sich von Neuem,um den Teufel Behemot zu einer Abbitte zu bewegen.Man band die Besessene los, weil sie während der Be-schwörung heftige Konvulsionen bekam und man sich ein-bildete, der Teufel wolle endlich gehorchen ; aber Isaacarumliess sie auf die Erde fallen und begann seine wüstenReden wieder. Gegen die neue Aufforderung des Exor-cisten, sich wegen dieser Schmähung als Busse, wie eineSchlange auf der Erde zu winden und den Fussbodcn derKapelle an drei Orten abzulecken, sträubte er sich wieder,bis man Hymnen anfing zu singen. Da begann er sichzu winden,- rollte den Körper bis an’s Ende der Kapelle,und leckte unter Zittern und Heulen mit einer langen,schwarzen Zunge den Fussboden ab. Auch am Altarthat er’s, dann erhob er sich von der Erde und blieb miteinem stolzen Gesichte auf den Kniecn liegen, und alsihn nun der Exorcist mit dem Sakrament in der Handzu einer Abbitte in Worten mahnte, verzog sich wiedersein Gesicht, der Kopf beugte sich nach hinten, aberaus der Tiefe der Brust erscholl eine starke und eifrigeStimme: „Königinn der Himmel und der Erden, vergieb
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