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wieder einzuführen, d. h. die Menschen zu lehren, nacktzu gehen und Gemeinschaft der Frauen zu haben. InAmsterdam wurden 1535 sieben verbrannt, welche dieganze Stadt durch den Ruf: „Wehe, wehe, der Tagder göttlichen Rache ist gekommen!” erfüllt hatten. IhrAnführer, Theodor Sartor, hielt sich für einen Propheten.Er hatte die Hölle und den Himmel besucht, den Schöpferin dem Glanze seines Ruhmes angesehaut und sich mitihm unterhalten; von ihm hatte er vernommen, dass dasletzte Gericht bevorstehe. Wenn er betete, so legte ersich der Länge nach auf den Boden. Seine Anhängerliefen ganz nackt durch die Strassen x ). Die Art, wieder Prophet von Amsterdam betete, war nicht neu. Vonden Manichäern wird erzählt: „Um als Halbgötter undüber die andern Menschen erhaben zu erscheinen, warfensie sich, plötzlich'in Ecstase versetzt, vor dem ganzenVolke auf die Erde, und blieben ganz verloren und ver-sunken liegen; dann fingen sie an zu prophezeien, alswenn sie aus einer tiefen Höhle hervorgekommen wären,wie es die Anabaptisten gemacht haben 1 2 3 ).
Die Anhänger von Johann Mathieu trugen den hei-ligen Geist auf ihre Genossen über, indem sie ihnen inden Mund hauchten und die Worte sprachen : „Nimm hinden heiligen Geist! ” ;! )
Die Mehrzahl der Anabaptisten, die sich in ihrerExaltation für die Nachfolger von Elias, Ilenoch, derheil. Apostel ausgaben, die im sechszehnten Jahrhundertin der Schweiz, im Eisass, in Polen, in Lothringen, vongrossen Schaarcn von Bauern gefolgt, von Ort zu Ortwanderten, um die Erwachsenen wieder zu taufen, folgtenwillenlos einem krankhaften Triebe. Es ist irrig, wennman immer und immer wiederholt, ihre Visionen seiensimulirt gewesen 4 ). — Der berühmte Anabaptist Hutter
1) Bayle, Dict. liist. et crlt. Tom. 12. p. 46.
2) Florimond de Hemond, Histoire des h^resies. T. 1. p. 186.
3) Ibid. p. 120.
4) Catrou, Histoire des anabaptistes. Paris 1706. 1 Vol. in 4°.