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Der Wahnsinn in den vier letzten Jahrhunderten / nach dem Französischen des Calmeil bearbeitet von Dr. Rud. Leubuscher
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der Kirche wieder von Neuem sich umherzuwälzen.Ich richtete meine Befehle immer lateinisch an ihn; alsich dein Teufel einmal befahl, ihn auf die Erde zu wer-fen, gehorchte er mir auf der Stelle, aber er warf ihnmit solcher Gewalt hin, dass alle seine Glieder starrwurden; es klang, als wenn ein Stück llolz auf die Erdegefallen wäre. Als ich ihm das Kruzifix darreichte, ver-zerrte er das Gesicht und schrie und schäumte vor Wuth.Auf die an den Dämon gerichtete Frage, wie viel ihrerwären, antwortete er: zwölf, und blieb während derDauer der Exorcismen fest bei dieser Angabe stehen.Auf die Frage, warum sie in den Körper hineingefahrenwären, sagte er blos, er sei ein Judas und habe seinenHerrn verrathen, gerieth aber jedesmal in einen erneutenWuthanfall, wenn er diese Worte aussprach. Als ichdie austreibenden Exorcismen anfing, machte er sichüber mich lustig; er spuckte aus und sagte: Gicb Acht,jetzt ist Einer fortgegangen, und so machte er cs zwölfMal; dann lief er auf allen Vieren bis zur Thüre, packteeinen Christen so fest an den Beinen, dass sich diesernicht losreissen konnte, und mit den Worten: das istmein guter Freund, erzählte er in Aller Gegenwartdessen ganzes Leben, und würde auch die grössten Ge-heimnisse entdeckt haben, wenn ich ihm nicht Still-schweigen geboten hätte. Die Anwesenden erschrakendarüber so, dass sie Alle davonliefen und trotz ihrerNeugierde blos durch die Thür und die Fenster in dieKirche hineinsahen. — Als ich mich acht bis zehnTage vergeblich mit den Exorcismen abgemüht hatte,liess ich zwei andere Missionäre, die sich in derselbenProvinz aufhielten, einen Jesuiten und einen Franziskaner,zu der Behandlung des jungen Menschen, den auch sieals besessen erkannten, auffordern, aber beide schicktenihn mir wieder zurück.

Endlich schlug ich einen neuen Weg der Behand-lung ein; ich wollte ihn erst aller seiner Sünden ent-ledigen ; ich brachte ihn nach unsäglicher Mühe zu einerallgemeinen Beichte. Er gestand: der ehrwürdige Pater