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Untersuchungen über Thierstaaten / von Carl Vogt
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ihrem Iugendznstande mit gewaltigen Schwingrädern amKopfe versehen, deren lange Flimmerhaare mit stetem Um-rollen einen mächtigen Strudel erzeugen, der alle kleinerenim Wasser schwimmenden Theilchen dem Munde des Thiereszuführt; leuchtende Wnrmlarven mit flimmernden Halskragenausgerüstet, der ihnen als Bewegungswerkzeug dient; un-förmliche Embryonen geselliger Seescheiden, deren langerPeitschenschwanz den kugelförmigen Körper hin und herschlendert diese und ähnliche Bestien tummeln sich in diesenSchwärmen, in denen sich zuweilen noch junge Fischchen, jaselbst Fischeier und eine Menge schwimmender Algen undeinfacher Zellenprodnctiouen des Pflanzenreiches umhertreiben.Mit dem anbrechenden Tage sinken zuerst die Flossenfüßer,dann die übrigen Gesellen nach und nach in die Tiefen desMeeres, wohin sie der Mensch bis jetzt noch nicht verfolgenkonnte. Geräuschlos sinken sie hinab, wie sie geräuschlosaufgestiegen sind das geheimnißvolle Leben des Meeresläuft ab, ohne jenes zwecklose Tönen, welches dem Lebendes Festlandes eigen ist.

Unter diesen zahlreichen Gebilden, die sich theils durchbizarre Formen, theils durch lebhafte Farben, theils durchkrystallhelle Durchsichtigkeit auszeichnen und deren Organi-sation noch so manche ungelöste Räthsel bietet, sticht eineGruppe von Wesen besonders hervor, die in den nördlichenMeeren nur äußerst selten vertreten ist, während nach Südenzu ihre Zahl, Ausbildung und Mannigfaltigkeit in steigen-dem Maaße zunimmt; denn wie auf dem Festlande, solockt auch in dem Meere erst die wärmere Sonne desSüdens den ganzen Reichthum der Natur zur Blüthe her-vor und läßt Formen auftreten, von deren Pracht undHerrlichkeit das dumpfe Nordmeer keine Ahnung hat. Die