Band 
Dritter Band.
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Schauspiel.

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geschickt; wie er auch dies auf gut Eulenspiegelisch ausrichtet, und nureinmal den Namen Gottes ausspricht, so jagt ihn auch der Teufel weg.Zuletzt deutet ihm ein Einsiedler seine Figur, Bild und Wesen; er seider Christenmensch der Christum trage, wenn auch nur im Herzen;er soll ihn tragen durch das bew egte Meer dieses Lebens, sich durch-zuschlagen brauche er Riesenstärke, und selbst diese müsse er noch mitdem Stab des Glaubens stützen; er müsse in der dicken Nacht seinesLebens seine Wanderung machen und darum wolle er, der Einsiedler,mit dem Lichte des Wortes Gottes ihm vom Ufer her leuchten,damit er sicher jenseits das Schloß des ewigen Lebens erreiche. Sosind nun auch Frischlin's lateinische Schauspiele mehrentheils in sich voneinem gewissen poetischen Reiz, der meist in der Erfindung liegt, undder, wenn Er selbst deutsch geschrieben hätte, doch nicht so wäre ver-wischt worden im Vortrage, wie von seinen Uebersetzern. Sie sind (bisaus wenige Stücke) in den 80er und 90er Jahren in GesammtauSgabenzusammengestellt erschienen, wovon in 16 Jahren über 6000 Eremplareverkauft wurden. Mehrere die in Schulzwecken geschrieben waren, auchder Urmcianus vapulsim, (wo Frischlin den geschlagenen Grammatieusvon den neuern Philosophen, Aerzten, Juristen, Theologen übel zurichtenläßt, bis ihn Erasmus und Melanchthon heilen, indem sie ihm den Un-rath der Sorbonnisten und Scotisten abtreiben) sind ins Deutsche nichtübersetzt worden; die Anderen, die verdeutscht wurden, haben nicht sogute Uebersetzer gesunden wie Naogeorg; sie trafen schon in die Zeit, wodas Schauspielschreiben mehr handwerksmäßig betrieben ward. DasPhasma, das erst nach Frischlin's Tode 1592 erschien, wurde gleich imfolgenden Jahre von Arnold Glaser (1593) übertragen. Das Stück gehtgegen die Wiedertäuferischen, sacramentierischen u. a. Ketzereien; derProlog sagt, Menander solle ein Phasma gedichtet haben, worin eineJungfrau einem Jüngling durch eine Wand erscheint und ihn in Liebezu ihr bringt, Frischlin dagegen wolle ein Gesicht vorführen, wie derTeufel jenen Sectirecn (und den Jesuwidern, setzt Glaser hinzu,) imTraum erscheint; es ist also ein streng lutherisches Stück, der Gesinnungnach wacker, streng, unduldsam; im letzten Acte verdammt der erscheinendeChristus alle einzelnen Lehren bis auf die lutherische in die Hölle. Esist aber kläglich zu sehen, wie die reine Darstellung in dem lateinischenOriginal im Deutschen überall heruntergezogen ist und wie der Geistabstirbt. Die biblischen Stücke Frischlin's können uns gleichgültigersein, seine Rebecca und Susann«, obgleich die letztere sehr wesentlicheingewirkt hat auf eines der besten deutschen Dramen dieser Periode, die