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Dritter Band.
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Schauspiel.

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(1591), der Mauritius (nackZonoras, 1593) von H. Eckstorm, undnoch viel spätere, der Hans von Würtemberg von Jacob Frischlin (1609),die WeinSberguche Belagerung von Peter Nichthonius(1604), die Gri-seldis von G. Maurinus (1606) sind von ganz deutscher, von demFremden unversehrter Färbung. Der letztgenannte Mauritius leitet unsaus Nürnberg, das uns gerade an dieser Stelle von großer Bedeutungs ist. Die Geschichte des Nürnberger Schauspiels bildet von Rosenblut bisauf Klaj und Birken das zusammenhängende Ganze einer 200 jährigenFortbildung; grade i h r Inhalt aber unterscheidet sich höchst charakteristischvon Allem, was wir in ganz Deutschland vorherrschend gesunden haben,grade darin, daß er wesentlich weltlicher Art war. Wir sahen früher, daßRosenblut und Foiz nur Fastnachtspiele schrieben; von Peter Probst,einem Zeitgenossen des Hans Sachs, sah Gottsched sechs Fastnacht-! schwänke und nur Eine christliche Komödie. Hans Sachs zwar hatunter etwa 200 Stücken auch etwa 50 biblische, allein sie sind weit ent-fernt eigentlich christliche Stücke zu sein, oder mehr als alle seine andernj Poesien lehrhafte Zwecke zu haben; sie sind durchaus im Sinne des^ weltlichen Schauspiels gehalten, sind daher auch meist aus dem geschicht-lichen Theile des alten Testaments entnommen, und selbst wo sie amlutherischsten und christlichsten scheinen, in jener naiven Katechisation derKinder Eva z. B., haben sie jene mehr bürgerliche Haltung, die wirauch in Sammlungen von Kirchenliedern in diesen Gegenden fanden.Weit den großem Theil seiner Stücke aber machen die ächtdeutschen Fast-nachtspiele und seine Trauerspiele aus, die dem Stoffe nach so historischund weltlich sind, daß die gesammte europäische Bühne kaum eine litera-rische Quelle des Schauspiels auszuweisen hat, aus der er nicht geschöpfthätte. Er hat Gegenstände der römischen Geschichte behandelt, er hatdie alte Mythologie und die altgriechische Sage dramatisirt, er hatStücke von neueren und älteren Lateinern, ja eines von Aristophanes be-arbeitet, hat die Schwänke und Novellen des Mittelalters, die Romanejeder Art, die deutsche Sage und Geschichte, das Volksepos und das. Volksbuch vor sich gehabt. Dies sind also die Stoffe, unter die sich Lopede Vega's und Shakespeares Werke reihen lassen, und wie roh und ge-ring seine Schauspiele sind, immer muß man den Hans Sachs vor undmit diesen Männern nennen als den, der zuerst, wenn auch mit keinemandern Verdienst als dem der Masse seiner Stücke, auf den epoche-machenden Gedanken fiel, die ganze poetische Welt aus der epischen Formin die dramatische überzusetzen. Der ganze Stoff des Lebens und derGeschichte ward von diesen Männern für das Drama in Anspruch

Gerv. d. Dicht. IN. Bi>. 8