Band 
Dritter Band.
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Fischarr. Weckherlin.

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Schönheiten. Von den ärgsten Rohheiten und Ungelenkigkeiten nicht frei,sucht er die feinsten der größten Gewandtheit bedürftigen Formen derAusländer auf: tändelt in italienischen Villanellen und Schäferliedern,pindarisirt in Lobgedichten, macht Sonette, Sertinen (Sechster), Eklogen,Oden, Epigramme und läßt hierin den Schlesiern nichts übrig hinzu-zuthun. Er fühlt, daß er aus dem Volke in einen engern Kreis zurück-treten muß, daß die Zeit um war, wo man für Alle schreiben konnte,und er hofft, daß seine Gedichte nur den Gelehrten und Verständigengefallen. Er fühlt sich als den Ersten, der die Feinheit der antiken Kunstnach Deutschland übertrug, und er schreibt den Anlaß dazu einem Esaias^ vom Mars, Herren von Montmartin, in einer Ode von 16l0 zu '^).

§ Am besten erkennt man seinen Stand zwischen der alten und neuen Zeit! in den Fest-, Hof- und Gelegenheitsgedichten. In seinen Kindtauf-tciumphen und Beschreibungen der barocken Prunkspiele am Würtem-^ berger Hofe, dem er angehört, wird man ganz an die Holzwart undj Aehnliche erinnert. Die geschickte poetische Einkleidung anderer kleinerer^ Gelegenheitsgedichte führt dagegen aus den Erinnerungen an dasl Meistersängerliche heraus, worin man sich noch in dem Teutschen poeti-schen Lustgärtlein (Nürnb. 1619) und der Hausapotheke (1621) seinesZeit- und Landsgenossen Joh. Jae. Weidner (aus Hall in Schwaben)festgehalten findet, zwei Sammlungen von Gelegenheitsgedichten, diezwar meist aus des Dichters lateinischen Originalen nur übertragensind. Doch geht Weckherlin nicht zu der Flachheit der eigentlich Schle-sischen Zeit über, die nachher aus alten Lobgedichten neue zurichtete undaus fremdem Schmuck Gelegenheitsgedichte zusammenstückte, sowie erüberhaupt — zwar ein Hofmann — das Hofleben schmäht, und diefuchsschwänzigen Lobhudeleien der Poeten, die nun unverschämt und all-gemein wurden, vortrefflich angreift. So bespöttelt er äuch den allge-meinen Charakter der folgenden Dichter- und Dichtungsperiode sehrtreffend, wenn er sagt, es sei nun Kunst, viel Gutes zu Nichts zu ver-distilliren, und Lob, mit jedermann von jedem Ding zu disputiren, sich ingutem Glücke zu erfreuen und seine eigene Weisheit auszuposaunen. Werdie nächsten Erscheinungen gehörig würdigt, wird bemerken können, daßhier fast kein wesentlicher Zug fehlt zu der Charakteristik der Dichter undder Dichtungen.

123) p. 37«. Ausg. V. 1648.

Und du machst, daß ich nnderfang, der Erst mit ungezwungnem klangdie Götter auff der Griechen sagten teutsch lieblich svihlend außzubraitten.