Drama. Höhepunkt der schlesischen Poesie.
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hätten fördern können, so ist es Gryphius. Selbst Corneille, der diebeste Zeit noch nicht erlebte, suchte ja so lange rathlos, bis er Gegen-stand und Behandlung fand, die Beifall erntete, und sein Fund war einblinder, denn er ging nach erreichter Höhe stracks wieder herab. Mansetze Gryphius nach Paris, öffne ihm die Schule der Weltkenntniß, dieMoliere und Racine offen stand, und man würde gesehen haben, wiesich das ächte Gold von den Schlacken geläutert, wie weit sich sein Ge-nius über die prosaischen Versificationen der französischen Dramatikerempor geschwungen hätte. Man gebe ihm ein glänzendes Theater, Zu-schauer, die lebendigen Antheil genommen hätten, Schauspieler die Na-tur und Wahrheit kannten, und man würde gesehen haben, wie er stattan die nachshakespearische Dramatik in England zu erinnern, Shakespeareselbst näher gekommen sein und, eher als so, die Vergleichung mit diesemwürde ausgehalten haben, die Elias Schlegel lächerlicherweise zwi-schen Beiden anstellte, um Beide gegen die Franzosen herabzusetzen. DieStücke von Gryphius wurden zwar bei seiner Lebenszeit aufgesührt undunter großem Beifalls, allein dies war eine vorübergehende Feier;Lohenstein's Stücke mußten zum Theil von guten Freunden aufgeführtwerden, weil keine Truppe da war. Schon Neukirch aber sah eS sehrrichtig ein, daß wir keine Komödien zu erwarten hätten, so lange mannicht wenigstens die Freude hätte, sie aufführen zu sehen. Und wo solltengute Schauspieler herkommen, da nun, sobald ein Gewerbe aus dieserKunst gemacht wurde, die alte Duldung aufhörte, da man bald die Bei-spiele erlebte, wie man Schauspielern das ehrliche Begräbniß weigerte,was Butschky u. A. billigen konnten, die diese Leute als Landfahrer unddes Teufels Werkzeuge ansahen. Gryphius war in dieser Hinsicht an-gewiesen auf das, was er in den Niederlanden und in Italien sehenkonnte. Von den holländischen Spielern gab uns aber Rist keine großeIdee; das Schauspiel trieb sich in Holland gar so viel auf Bauernkir-messen herum; nur Amsterdam kam eine Zeit lang zu großer Blüte. InItalien weiß man, was es selbst heute noch, namentlich mit der tragi-schen Darstellungsweise auf sich hat, in der alle Leidenschaft wider-natürlich gesteigert und das Blutige noch jetzt zur tragischen Wirkung
235) Bei Gelegenheit de> Übersetzung des Julius Cäsar von Bork 17LI; in denBeiträgen zur krit. Historie der d. Spr.
236) In der Dedikation des Papinian schreibt er an den Rath von Breslau:cUravuxIeäisUs üsäeiu (tr»gi,eäi>8) ed kamain, äum permisso puklioe arbitinotlivarrum illae apuä vo8 coneeenelsrenr, so mist! oivibus exteri sägonie-vonr k,eoni, illaoriwarentur kardarinse, susjiicerent ldelieilatem.
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