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Eintritt des Kunstcharakters der neueren Zeit.
Tragödien sich hier mit leichter Gewandtheit in dem Einfachsten bewegenzu sehen; die alte FastnachtSposse ist hier nur etwas geadelt, und dieseGattung steht dem gelehrten Glogauer Syndicus besser an, als dieStaalsaetionen. Mit eben derselben Sicherheit trifft er diesen Bauern-ton, wie den Stil der Umschreibung seines hochnäsigen SchulmeistersSgnenz, und die Aufschneidereien seiner soldatischen Eisenfresser in sei-nen beiden andern bekannteren Lustspielen; und mit Recht rühmt Neu-meister, daß kein anderer Poet der Zeit das TrgkTrov der Schreibart sobeachtete wie er. Am bekanntesten von allen Arbeiten Grydh's ist PeterSguenz geworden; Bredow fand sich bewogen ihn umzuarbeiten. DerZusammenhang mit der Episode des Sommernachtstranms, des Schul-meisters Squenz mit dem Zimmermann tzuinee ist augenscheinlich. DerNürnberger Mathematiker, Daniel Schwenker, der auch eine ungedruckteKomödie Seredin und Violanvra gemacht, hatte das Stück, das erwohl in einer Gestalt, die ihm der Engländer Cor gegeben, schon abge-trennt aus dem Sommernachtstranm kannte, in Alters aufführen lassen;Schauspieler trugen es wohl zu Gryphius vielleicht in noch einer andernGestalt. Rist^) hatte in einer großen Stadt gesehen, wie englische Ko-mödianten, aus Eifersucht gegen eine anwesende deutsche Truppe untereinem Schulmeister, zur Verspottung derselben ein Zwischenspiel desgröbst-unsinnigen Schlages darstellten, das er beschreibt. Es war derCvr'sche Pyramns in einer nochmaligen ungeheuern Verzerrung: so daßz. B. am Schlüsse, nachdem sich die gestorbenen Liebenden noch im Todeunterhielten, die anderen Spieler in „schändlich versiegelten und vergeu-deten Hemden" als Geister um sie, die bisweilen die Köpfe zum Zusehenhoben, herumtanzten und der Mond zuletzt mittanzend hinzusprang.Wie es aber sei, aus welcher Quelle Gryphius den Gegenstand habe,das Stück ist bei ihm völlig deutsches Eigenthum geworden. Das ko-mische Pathos, die ungeheueren Umschreibungen sind gleichsam einenatürliche Verhöhnung des stelzenartigen Stils der Zeit, der Nichtigkeitihrer ganzen Bildung unter dem falschen Schein der Höhe und Würde.Das Stück ist ein Stich auf die armseligen Poeten und Meistersängergeworden; schon daß Squenz Autor von Pyramus und Thisbe ist, trifftdie vielen Väter, die sich des anonym umgehenden Stücks von Schwen-ker anmaßten. Der Schulmeister erscheint als ein unverschämtes dum-mes universale, das in allen Wissenschaften erfahren sein will; dasWesen der Bettelkomödianten und Bettelpoeten tritt in der bmleskesten
241) In den Monatgesprächen von der alleredelsten Belustigung in der Welt.