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Dritter Band.
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Drama. Höhepunkt der schlestschen Poesie.

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Mißbrauch der Dichtung hineinblicken lassen. Man kann sich kaum denken,wie barock sich hier Rohheit mit überladener Pracht vermischt. Dedekindmacht stellenweis den Eindruck alter Meistersänger; seine Opern sindmeist geistlichen Inhalts und er hat auch mehrereOcatorienterte gemacht.In seiner barbarischen Sprache sucht er die Färbung der italienischenOpern zu treffen und es ist ein Jammer zu sehen, wie bei völliger Er-mattung der poetischen Kraft die hergebrachte Energie behauptet werdensoll^). Die wunderbarsten Vorstellungen kommen dabei in diesenStücken vor; Gott und Teufel, Engel und Hirten, Apoll und die Pythianeben dem Kind in der Krippe, Alles geht bunt durcheinander. In demsterbenden Jesus erhängt sich Judas auf der Bühne, und der Satan singtdazu als Echo; Judas zerplatzt an dem Stricke hängend, und der Satanfaßt seine Eingeweide in einen Korb aus und singt eine Arie dazu. Undsolche Seenen wechseln dann mit der Kreuzigung, die mit allen Um-ständen auf der Bühne vorkommt'^).

Die Oper bildete in der Mitte des 16. und 17. Jahrhs. denGipfel des ganzen Schauspielwesens dieser Periode. Alles hatte gleich-sam nach dieser Spitze hingearbeitet. Wir hatten das rohe Singspielsrüherhin bei Aprer schon entstehen sehen. Die ausgebildeten Dramendes 17. Jahrhs. hatten sehr oft am Schlüsse jedes Actes Chöre oderReihen. Die prosaischen Schäfererzählungen hatten ihre Singparthienund eben die Schäfergedichte mit untermischtem Hirtengesang führtenam natürlichsten zum Singspiele über. Die Nürnberger Schäfergedichtemit allen ihren Ergötzlichkeiten für Aug und Ohr sind gleichsam erzählteOpern. Wie in der poetischen Rede, wo sie nicht eitel Verstandeswerkwar, oft Alles auf musikalische Wirkung ausging mit Naturlauten undallerhand Klingklang, haben wir ander Eigenthümlichkeit der PegnitzerPoesiegesehen; so blieben die Echo's eine Hauptfceude in den Opernbis ins 18. Jahrh. So wie die Oper für das Auge alle Steigerung

L54) Wenn der wilde HerodeS seinen Zorn über die Verkündigung der Morgen-länder äußert, so singt er:

Donner und Hagel, Hammer und Nagel,schmiedendes Eisen,

siechende Spitzen, Mäffer zum Schlitzenwill ich dir weisen u. s. s

2S5) Dedekind's geisil. Lieder sind in einer Reihe von Sammlungen aufbewahrt,die wohl vergessen werden dürfen. Von seinen dramatischen Sachen kennen wir: Neuegeistliche Schauspiele, bekwehmt zur Music. 1670. Altes und Neues in geistlichenSingspielen 1676.