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Dritter Band.
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Anfänge der Polemik, u. s. w.

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hatten eben die Eigenschaft, die seit Weise nur mehr verflacht ward. Erging den Weise, Hunvld, Morhos n. A. darin voraus, daß er daslyrische Gedicht auf Musik berechnete, was Morhos als ein Haupterfor-deruiß geradezu aufstellte. Hierdurch kam ein ebener Fluß in die Perio-den, in die einzelnen Strophen ein gleicher Satzbau und gleichzeitigeAbschlüsse des Sinns, damit die Musik auf jede einzelne Paffe, diesführte in dem weltlichen Liede zn der Eigenschaft der Planheit, aber auchzu der der Plattheit. Das Naturelle ward nun das große Loosungswortder Eckhard, Menckc, Hunold u. A., und wer Hoffmann etwas näherdem Geschmacke nach verwandt war, hieß die weltliche Lyrik eine ga-lante, die aber die Eigenschaft deS Naturellen immer dringender for-derte. Neukirch und Günther fielen von ihren schlesischen Landsleutenin ihrer Dichlungsmanier ab, obwohl sie nicht so weit ginge», daß sieder Weiseschen ganz gehuldigt hätten, die Neukirch vielmehr geradezuverspottete, so daß also gleich hier der Bruch zwischen Sachsen undSchlesien hervortritt. Was Weise aus sich gepredigt hatte, das wardgleichzeitig in Italien und Frankreich, als die Muratori und BoileauKunstlichter wurden, in den Angriffen auf die Marineske Manier laut,und noch ehe die französische Kritik nach Deutschland kam, hatte Chri-stian Gryphius aus italienischen Werken des Albcrti de Albertis unddes Gambara («tile ä'oggiäi) gelernt, die gekünstelte Poesie zu verlassen.Sobald dann das Ansehn der neuen französischen Lichter hinzukam, sowar es um den mariuischen Stil völlig geschehen.

Daniel Georg Morhof aus Wismar (1639 — 91), der inRostock und Kiel Professor der Dichtkunst war und bekannter durch seinenPolyhistor, als durch seine poetischen Werke geworden ist, war in AllemWeise's treuester Anhänger. Was in Gedicht und Theorie bei den spä-tern Weisianern entartete, findet sich bei ihm noch in reiner Gestalt. Erurtheilte von seinen teutschen Gedichten (1682) eben so anspruchlos wieWeise; es find Gelegenheitsgedichte in dem heiteren und humoristischenTone, der den Obersächsischen Dichtern von Fleming an bis auf Geliertund Rabener immer eigen geblieben ist. Morhof, zwar kein Sachse,eignete sich doch diese Eigenschaft sowohl durch sein Studium Weise'san, der ihm ein tiefsinniges Ingenium ist, als auch durch das des Fle-ming, den er mit einer Bestimmtheit des Urtheils, wie man sie bishernie gehört hatte, absprechend über Opitz emporhebt, so daß seine Gedichteauch etwas von dem Charakter der Fleming'schen an sich tragen, etwaso wie man die der Wenzel und Corvinus mit denen der Finkelthausund Brehme vergleichen würde. Wichtiger als Morhof's Gedichte ist

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