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die Laufgraben. Am dritten Tage der Belagerung kapitulirte dieBesatzung und übergab das Schloß gegen freien Abzug. Mitder Eroberung von Susa, der ihm den Einmarsch in Picmontim nächsten Fcldzug verbürgte, beschloß Catinat den Feldzngdes Jahrs 1690. Zwei Infanterie-Regimenter ließ er in Susa.Pignerol blieb gleichfalls als Hauptwaffenplatz von seinen Trup-pen besetzt; mit dem Reste des Heeres gieng er in die ProvinzenDauphin»- und Lyonais zurück, wo er dasselbe in Winterquartiereverlegte.
Der Fall von Susa war für Victor Amadäus ein höchstempfindlicher Schlag, weil dadurch jeder Entsatz für das von denFranzosen eingeschlossene Montmelian unmöglich gemacht wurde.Zwar ließ der Herzog den Commandanten von Susa nebst sämmt-lichen Offizieren zu Turin vor ein Kriegsgericht stellen; allein dasUebel war geschehen und der Feind im Besitze dieses wichtigenSchlüssels zu der Po-Ebene.
Nach diesem ersten unglücklichen Feldzuge verlegte der Herzogvon Savoycn die spanische Reiterei in das Mailändische; denkaiserlichen Truppen unter dem Prinzen Eugen wies er die Graf-schaft Montfcrrat zu Winterquartieren an; den Rest seines Heeresverlegte er in Picmont. /
Montfcrrat gehörte dem Herzoge, von Mantua in der Eigen-schaft eines kaiserlichen Lehens. Die Einwohner dieser Grafschaft,größtentheils französisch gesinnt, mußten mit Waffengewalt unter-worfen werden, ehe sie sich zur Aufnahme der Kaiserlichen bequem-ten. Der Herzog von Mantua, statt die ihm bewilligte Neu-tralität zu beobachten, hatte die Franzosen im Laufe des verflosse-nen Feldzuges nicht nur bei allen Gelegenheiten begünstigt, sondernauch seine Unterthanen in der Grafschaft Montfcrrat beim Auf-stande gegen die Kaiserlichen unterstützt. Dafür beschloß PrinzEugen ihn zu züchtigen. An der Spitze von 6000 Mann rückteer auf mantuanisches Gebiet, erhob Kriegsstcucrn in demselben,und hielt den Herzog in seiner Hauptstadt eingeschlossen, nachdemer die Truppen desselben zu wiederholtenmalcn geschlagen hatte. DenKlagen des Herzogs von Mantua über dieses Verfahren des PrinzenEugen ward am Wiener Hofe kein Gehör geschenkt, vielmehr das-selbe in jeder Hinsicht gebilligt. Sofort führte Eugen seine Truppen