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ver befand, in dem Lager vor Casale ein. Es ward beschlossen,zwei Angriffe gegen die Festung zu dirigiren, und zwar den erstengegen die Westseite der Citadelle, den zweiten gegen den Wall,welcher die Citadelle mit der Stadt verband. Der erste Angriffward dem ^Kaiserlichen unter dem General Gschwend, der zweiteden savoyischen und den Soldtruppcn übertragen. In der Nachtvom 26. auf den 27. Juni wurden die Laufgraben eröffnet. Am6. Juli begannen sämmtliche Batterien ihr Feuer. Am 8tcn faß-ten die Verbündeten festen Fuß auf dem Glacis der Contrescarpeder Citadelle und begannen den Bau der Bresche-Batterien. Am9ten rüsteten sich die Verbündeten zum Sturme. General Crcnanwartete jedoch diesen nicht ab, und kapitulirte seiner geheimen In-struktion gemäß. Die Kapitulation umfaßte folgende Hauptpunkte:
1) Die Werke der Stadt, des Schlosses und der Citadellesollen völlig demolirt und im Laufe des gegenwärtigenKrieges nicht mehr aufgebaut werden.
2) Die Demolirung der innern Werke geschieht auf Kostender Franzosen, und durch ihre Truppen.
3) Des Herzogs von Mantua alte Rechte auf Casale werdenbestätigt.
4) Alle Gefangenen werden gegenseitig freigegeben.
5) Sämmtliches Geschütz, sowie alle Kriegsvorräthe bleibenin den Händen der Verbündeten.
6) Die Besatzung erhält freien Abzug mit 12 Geschützen nachPignerol.
Der erste Artikel dieses Vertrags überraschte den Prinzen Eu-gen, der zufolge der Absicht deS Kaisers aus Casale gerne einenWaffenplatz gemacht hätte, um von hier aus die kleinern italienischenFürsten im Gehorsam zu erhalten. Sein Widerstand scheiterte jedochan der Einigkeit des Herzogs von Savoyen und des spanischenGouverneurs von Mailand, welchen beiden gleichviel daran gele-gen war, daß Casale nicht in den Händen der Kaiserlichen bleibe.Da der Herzog von Savoyen mit offenem Abfall drohte, wo-fern die Kapitulation nicht nach ihrem ganzen Umfange angenom-men werde, so mußte Eugen nachgeben, sendete jedoch einenKourier an den Kaiser, und berichtete durch diesen die näherenUmstände des Falles von Casale.