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Erster Band.
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„überall zu spat komme. Nun bin ich froh, daß die Diplo-„ marie diesen Vorwarf von uns abgenommen hat, denn sie„behauptete von jeher dsk Vorzug, immer post kestum zu„kommen. — Ich weiß, man ist in Wien immer gewohnt,„über Alles zweimal zu schlyfen, während unsere Feinde sich„nicht niederlegen, ehe sie ihre Absicht erreicht haben."

Wenden wir, ehe wir dieses Kapitel schließen, unsern Blicknoch aus die Kriegsschauplätze in Deutschland, den Nieder-landen und Ungarn.

Am Rhein ström ward der Krieg zwischen den Franzosenund Deutschen nur lässig geführt. Den Einfällen der Letzter» einZiel zu setzen, ward Prinz Ludwig von Baden aus Ungarnabberufen und ihm der Oberbefehl am Rhein übertragen. Alleinder umsichtige Feldherr konnte (1693) bei dem besten Willen nichtviel ausrichten; er traf nur die Hälfte des versprochenen Heeres,und noch dazu in jämmerlichem Zustande. Daher bezog er einfestes Lager bei Heilbronn, verstärkte sich mit Reichstruppen undzog eine Verthcidigungslinie vom Schwarzwald herab. MarschallLorges, der ihn nicht anzugreifen wagte, verheerte das Landund zog sich Mitte August wieder über den Rhein zurück. Imnächsten Jabre (1694) wagten die Franzosen einen Angriff aufdas Lager bei Heilbronn. Prinz Ludwig schlug sie zurück, drangihnen nach bis ins Elsaß, mußte jedoch wegen der Unbotmäßigkcitder Sachsen nach acht Tagen wieder in sein Lager bei Heilbron»zurückkehren, wo er auch im folgenden Jahre (1695) stehen blieb,weil die Sachsen nach Ungarn, die Hessen nach den Niederlandenabzogen. Nachdem die große Allianz zwischen dem Kaiser, denGcneralstaaten, Spanien und England erneuert war, traten auchdie meisten Reichsstände derselben bei und die sechs vordem Kreiseschloffen eine engere Association, wodurch das Heer des PrinzenLudwig beträchtlich vermehrt wurde.

Im Jahr 1696 unternahm dieser mit dem General v. Thüti-gert zwei Rhcinübergänge, die jedoch keine besondern Folgen hatten.Im Jahr 1697 trieb Prinz Ludwig den Herzog von Choiseul