Band 
Erster Band.
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Leopold wendete dem Prinzen Eugen nach diesem Vorfallesein ganzes Vertrauen wieder zu, und um dieß vor aller Welt zubeweisen, übertrug er ihm den Oberbefehl des Heeres in Ungarnfür den bevorstehenden Feldzug.

Eugen, durch die eben gemachte bittere Erfahrung belehrt, er-hielt von dem Kaiser die erbetene Zusicherung, daß er zum Bestendes Dienstes ganz nach eigenem Ermessen handeln könne, ohnejemals darüber zur Verantwortung gezogen zu werden, der Aus-gang möge seyn wie er wolle. Doch hatte der Kaiser nicht Kraftgenug, diese Vollmacht öffentlich auszustellen, vielmehr geschahe esnur insgeheim durch ein kaiserliches Handschreiben. Jetzt erst befandsich Prinz Eugen in der richtigen, ihm gebührenden Stellung, und esist ausser allem Zweifel, daß dadurch der Grund zu der Größe bie-ten Jesuiten erregen wird. Allein damals lag die Sache auf meiner,dießmal auf der Verantwortung eines mächtigen Odergenerals. Ueber-haupt, wenn die weisen Herren nur etwas dergleichen sagen würden,so erhielten sie von mir die nämliche Antwort, die Valentin! anseinen Soldaten gab: „„Es hat bei Euch gestanden, mir Las Cvm-mando zu übertragen: aber seitdem ich es übernommen habe, geziemtes mir und nicht Euch, zu beurtheilen, was für den Augenblick, dader Staat in Gefahr steht, dem gemeinen Besten dienlich ist.""

Einen weitem Beweis liefert folgender Brief Cu g en's ausSem-lin den 30. Oktober 1717 an den Fürsten Anton Florian von Lich-tenstein:

„Das scharfe Urtheil, das man über die Schlacht bei Belgrad ineinigen gesellschaftlichen Zirkeln zu Wien fällt, habe ich mir leichtvorstellen können. Würde der Souverain wie der Sultan, der bei derBataille gegenwärtig war, im Lager gewesen seyn, so wäre meinePflicht gewesen, seine Befehle zu erwarten. Ich hätte hier, wie beiZenta. zuerst den Sultan oder den Großvezier fragen müssen, ober mir gestatte, daß ich, um ihn schlagen zu dürfen, Verhaftungsbe-fehle von Wien einhole. — Welcher elenden Behelfe bedient sich nichtder Neid? Behelfe, welche nicht nur die gesunde Vernunft, sondernselbst die Ehre des Souverains herabsehen. Ich würdige diese neidi-schen Vorwürfe nicht einmal einer Antwort; denn das, was geschehenmußte, ist vollbracht :c. >c."

Nach solchen Beweisen mag der Streit über die Authentizität derSeite 224 angeführten Anekdote für immer als entschieden betrachtetwerden dürfen.