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und auf den Fall, daß sie keine Nachkommen haben sollte, das Erbeseiner verstorbenen Schwester, Marie, Leopolds Mutter, vor-behalten. Aus solche Weise hatte die deutsch-österreichische Liniezweifachen, wohlbegründeten Anspruch. Marie Antonic, Toch-ter Leopolds und der Margaretha Theresia, vermählt mitdem Ehnrfürsten Maximilian Emanuel von Baiern, gebarden Ehurprinzen Joseph, der von Carl II. als sein gesetzlicherErbe erkannt wurde. Als aber dieser im nennten Jahre plötzlichstarb, machte Leopold I. den zweiten Anspruch von seiner MutterMarie für seine eigene Person geltend und bestand gegen Lud-wig XIV. und den Dauphin auf der Verzichtleistung der MariaTheresia.
Zwar erbot sich Ludwig XIV., um nicht die Kronen zweiergroßen Monarchien auf einem Haupte zu vereinigen, Spanien sei-nem zweiten Enkel, Philipp von Anjon, Bruder des Dauphins,als abgesondertes Reich zu überlassen, während Leopold I. ausdenselben Gründen die Ansprüche an seinen zweiten Sohn Carlabzutreten geneigt war. Allein Ludwig XIV. folgte auch beidieser Gelegenheit wieder seiner treulosen Politik, indem er die See-mächte mit einem das Gleichgewicht erhaltenden Thcilungstraktatehinzuhalten suchte, nach welchem der Erzherzog Spanien, der Dau-phin beide Sicilien und einige italienische Besitzungen rc. bekommensollte, während er durch den Einfluß des von ihm gewonnenen Kar-dinals Porto Carre ro den am Rande des Grabes befindlichenCarl II. dahin brachte, daß er das Testament zu Gunsten Phi-lipps von Anjon unterzeichnete. Einen Monat später starb derunglückliche König im 39sten Lebensjahre.
Zu spät bereute jetzt Leopold I., nicht schon vor dem Rys-wikcr Frieden den wiederholten Wünschen Carls II. und demRathe Eugen's *) gefolgt, und seinen Sohn, den Erzherzog Carl
Wie richtig Prinz Eugen die politischen Verhältnisse jener Zeit beur-theilt. geht aus folgender Stelle seines Briefes an den Grafen Sin-zendvrf. Ofen den in. November lNW hervor:
„ . . . . Aber hören denn Euer Ercellenz gar nichts von der„Abreise des Erzherzogs nach Spanien? Ich glaube, daß es jetzt„ die höchste Zeit ist. Warum entschließt sich denn der Kaiser nicht
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