Band 
Erster Band.
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Unterdessen war Philipp V. von Spanien, mit Genehmi-gung seines Großvaters, des Königs Ludwig XIV. bei demfranzösisch-spanischen Heere zn Crcmona angelangt. Nachdem erHeerschau über dasselbe gehalten hatte, führte es Vendümc aufdas rechte Po-Ufer über und lagerte bei Castelvetro und Sissa,von n/o er sich in den nächsten Tagen gegen die Enza in Marschsetzte.

Am 25. Juli stand das französische Heer, 40 Bataillone und80 Schwadronen stark, jenseits der Enza bei Castclnnovo; seineVerbindung mit dem vor Mantua stehenden linken Flügel warddurch 5 Bataillone in Sabbionetta, 1 Bataillon in Botzzolo unddurch Besetzung einiger andern Posten hergestellt.

Vendüme hatte kaum in Erfahrung gebracht, daß GeneralVisconti mit einem detaschirten Eorps von 3000 Mann beiSt. Vittoria stehe, als er denselben zn überfallen beschloß. Indieser Absicht wählte er 22 Schwadronen und 24 Grenadiercom-pagnien seiner besten Truppen aus und setzte sich am 26. Juligegen das feindliche Lager in Marsch. Dieses lehnte den rechtenFlügel bei St. Vittoria an den Crostolo; im Rücken hatte es denTcssone, über welchen nur zwei schmale Brücken führten. Manmuß annehmen, daß General Visconti den Vorpostcndicnst nichtmit gehörigem Eifer betreiben ließ, denn nur dadurch wird es er-klärlich, daß Vendüme den Crostolo unbemerkt überschreitenkonnte und die Kaiserlichen dergestalt überfallen wurden, daß einTheil der Reiterei die Pferde erst von der Waide herbeiholenmußte. Gleichwohl leistete der schlagfertige Theil derselben denentschlossensten Widerstand, und wies drei Angriffe der französischenReiterei zurück. Die von den Franzosen besetzte Brücke über denCrostolo ward von den abgesessenen Dragonern des RegimentsHerbevillc wieder erobert, endlich aber mußte Visconti, deindrei Pferde unter dem Leibe getödtet worden waren, der Ucber-macht weichen, und den Rückzug über den Tessone antreten, wo-bei er beträchtlichen Verlust erlitt. Sämmtliche Zelten, das Ge-päcke und zehn Standarten nebst zwei Pauken fielen den Fran-zosen in die Hände. Der Verlust der Kaiserlichen betrug 400Mann Gefangene und 200 Tode. Die Gefangenen abgerechnet,darf der französische Verlust gleich stark angenommen werden.