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kricgsrathes, und übergab damit die Leitung des ganzen Kriegs-wesens in seine Hände.
Wie er diese Aufgabe lösete, berichtet uns das zwölfte Kapitel,In dieser wichtigen Funktion entwickelte er eben so große Eigen-schaften in der Administration und in der Politik, wie in der Aus-arbeitung strategischer Kriegsoperationen für die verschiedenen Kriegs-schauplätze.
Seine Unterhandlung, um den unbeständigen Herzog VictorAmadäus von Savoyen aus dem französischen Bündnisse wie-der für die Sache des Kaisers zu gewinnen, und dadurch in Italienein günstiges Verhältniß wieder herzustellen, hatte Erfolg. VictorAmadäus spielte bei der französischen Armee keine besondereRolle, und seit Catinat den Befehl abgegeben, hielten dessenNachfolger, zuerst Villcroi und nachher Vendüme, ihn in einerLage, wo sein Einfluß auf die Operationen wenig Gewicht hatte,welches seinem Ehrgeize nicht entsprach. Prinz Eugen, welcherden Herzog genau kannte, gewann ihn aus's Neue mit der Ver-sprechung von Länderzuwachs, durch Subsidien und Ertheilungeines hohen Commando's. Victor Amadäus, von Natur falschund mißtrauisch, schwankte immer zwischen Leopold I. und Lud-wig XIV., um das Bündniß dcsscnigcn anzunehmen, der amMeisten bot. Eugen, welcher von ihm sagte, daß er aus Ge-schmack gerne zwei Rollen, die eines Freundes und Feindes zu-gleich spiele, und aus Hang zum Wankelmuth seinen eigenen Vor-- theil nicht erkenne, überbot das französische Bündniß durch Zuge-stehung größerer Vortheile, und änderte durch diese Politik dieLage der kriegführenden Theile in Italien. Hierdurch wurde V en-düme in eine einschüchternde Defensive geworfen und der Feldzugvon 1703 endete ohne besondere Resultate. — So leitete Eugen,auch abwesend von der Armee, ihre Operationen. Mit gleicherThätigkeit war er bemüht, für die Armee in den Erbstaaten undam Rhein zu sorgen, und seine großen Eigenschaften gewannenzum Heil der Monarchie einen immer großem Wirkungskreis.
G. v. B.