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Erster Band.
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An der Mosel stand General Coigny mit einem Corps von10000 Mann zur Deckung der französischen Grenze.

Am Rhein hatte Tallard den dreifachen Auftrag, die Linienvon Stollhofen zu beobachten, das Elsaß zu decken und die Verbin-dung mit Barern zu eröffnen.

Marschall Marsin und der Churfürst von Baiern solltendurch Mannschaft und Kricgsmittel unterstützt werden, um den Kriegmit Nachdruck gegen den Kaiser fortzusetzen.

Vcndüme endlich hatte Befehl, den Herzog von Savoye»zu züchtigen und die Kaiserlichen aus Italien zu vertreiben.

Dieß war im Allgemeinen der Operationsplan der Franzosenfür den bevorstehenden Fcldzug. Mit Ungeduld sah Ludwig XIV.der für Truppenbewegungen günstigen Jahreszeit entgegen, in derUeberzeugung, daß ein einziger Fcldzug den Kaiser auf immerdemüthigen und das Bündniß zertrümmern werde, das geschlossenwar, um Frankreichs Herrschgier eine Grenze zu setzen.

Für Deutschland brach das Jahr 1704 unter düstern Vorzeichenan. In Ungarn war die Gührung zur wilden Empörung heran-gereift. Im Westen hatte der Churfürst von Baiern den ganzenLauf der Donau von ihren Quellen bis zur Grenze Oesterreichs inseiner Gewalt. Mit der französischen Armee am Rhein, die sichder festen Plätze Landau und Alt-Breisach bemächtigt hatte, unter-hielt er seine Verbindung; gegen Osten war er im Begriffe, denungarischen Rebellen die Hand zu bieten, während er zugleich mitHülfe der Franzosen die Fürsten des deutschen Reiches einschüch-terte, und nur die ihm zugesagten französischen Verstärkungen ab-zuwarten beschloß, um sofort unaufhaltsam gegen Wien's Mauernvorzudringen.

Oesterreich befand sich am Rande des Abgrundes, am Vor-abende eines Schlages, der sein Schicksal auf immer entscheide»sollte. Zwar mangelte es nicht an hochherzigen Anstrengungen zurVertheidigung des Vaterlandes und der Hauptstadt; allein das Landwar ausgcsogcn, der Staatsschatz erschöpft. Es fehle an Zeitund Mitteln, die Wcstgrenze durch Zusammcnziehunc, eines Heeressicher zu stellen. Während man dem Churfürste-t von Baiernmit Mühe 20000 Mann entgegen werfen könne, war das nichtviel stärkere Rcichsheer unter dem Prinzen Lr^wig von Baden