320
Wie schwer das Gewicht dieser ganzen Unternehmung aufMarlborough lastete, geht aus einem Schreiben desselben anseinen Schwiegersohn, den Lord-Schatzmeister Godolphin, Haagden 1. Mai hervor, wo er, im Begriffe, mit den engherzigen Ver-tretern der Gcneralstaaten zu brechen, unter andern sagt:
„Weil ich in dieser Sache bloS abwäge, was am Er-sprießlichsten für der Konigin Dienst und das Staatswohl„ist, so zweifle ich keineswegs, daß Ihre Majestät mein Ver-fahren gut heißen wird; denn ich kann mir nicht ver-fehlen, daß , ich ungeheuer viel aus mich nehme.„Allein wie ich anders handle, so ist es um das„deutsche Reich geschehen, folglich um den ganzen„Staatcnbun d."
Daß auch Eugen mit den Vorarbeiten nicht säumte, beweistfolgendes Schreiben an Marlborugh aus Wien den 13. Mai1704:
„Euer Durchlaucht wundern sich, daß ich meine Dispo-,, sttioncn in diesem Jahre schon so frühzeitig in Ordnung habe;„ich habe diesmal das Glück gehabt, in doppelter Person„handeln zu können. Ich sorgte als Kricgspräsident den gan-„zen Winter hindurch, daß der Feldmarschall Engen im„Frühjahr alle seine Bedürfnisse in Ordnung habe. Euer„Durchlaucht wissen, daß man in Wien gerne lange schläft.„Ich ließ also nach dem Beispiel der Franzosen alle meine„Dispositionen Nachts entwerfen, um sie bei Tage, wenn„meine vielen Herren ausgeschlafen haben, rascher vollziehen„zu lassen. Da jeder Morgen etwas Neues brachte, so gc-„rieth ihre alte spanische Unthätigkeit so sehr in Verlegenheit,„daß sie mich selbst ersuchten, auch die Vollziehung meiner„Anordnungen über mich zu nehmen — eben das, was ich„schon längst wünschte, daß es geschehen sollte rc."
In der Mitte Mai's hatte Marlborough seine Anstalten ge-troffen, und die verschiedenen Colonncn befanden sich in vollemMarsche nach den ihnen bezeichneten Punkten. Am 18. Mai stan-den 57 Bataillone und 02 Schwadronen, meist Holländer undBriten, in einem Lager bei Bedburg an der Erst vereinigt. Zudieser Armee sollten im Verfolge des weiter» Marsches hessische,