Band 
Erster Band.
Seite
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Nachdem Eugen die Winterquartiere seiner Truppen geordnethatte, übergab er den Oberbefehl über dieselben dem General, Gra-sen von Revent lau und reiste am 13. Januar 1706 nach Wienab, wo er am 21. Januar anlangte und sogleich in seiner Eigen-schaft als Hofkriegsraths-Präsident an die Ausarbeitung des Ope-rationsplanes für das näcbste Jahr auf sämmtlichen Kriegsschau-plätzen und an die Ausbringung der nöthigen Gelder und des Ma-terials Hand legte.

War dieser Feldzug gleich von beiden Seiten kein glücklicher,so hatte sich dennoch Eugen der Lösung seiner Aufgabe viel mehrgenähert, als Vendöme. Der Auftrag des erster» war, sich mitdem Herzoge von Savoyen zu vereinigen, damit dieser nicht durchdie französische Uebermacht gänzlich erdrückt werde. Dieses letzteZiel wurde durch Eugen's kluge Operationen erreicht. Ven-döme's Auftrag, den Herzog von Savoyen gänzlich aus seinenStaaten zu vertreiben, wurde verfehlt. Ja, Victor Amadäusstand am Ende des Jahrs 1705 durch L a feui l l a d e's Ungeschick-lichkeit wieder fester, als zu Anfang desselben.

Bedenkt man, daß die Gesammtmacht der französisch-spani-schen Streitkräfte in Italien 130 Bataillone und 110 Schwadronen(77,000 Mann) betrug, während Eugen's Heer nie stärker als32,000 Mann war, so tritt der Erfolg, welchen Eugen zu er-kämpfen wußte, in ein um so helleres Licht.

Hätte Vendöme, statt ein halbes Jahr zur Belagerung vonVcrrua zu verwenden, sich mit seinen sämmtlichen Strcitkräften vorTurin begeben, so konnte diese Stadt in seinen Händen seyn, eheEugen in Italien erschien. Dann war es Zeit, Engen mitseiner Uebermacht in freiem Felde aufzusuchen, wo bei einem Ver-hältnisse von 2 gegen 1 der Ausgang in die Länge nicht ungewißgewesen wäre. Nach der Vernichtung der feindlichen Hauptmastim freien Felde war es sofort ein Leichtes, die kleinen Festen Pie-monts zu bezwingen. In jedem Invasionskriege ist die Vernichtungder feindlichen Hauptmacht die Hauptsache, und der Belagerungs-krieg muß diesem großen Zwecke untergeordnet werden. Vendöme,ein nicht gewöhnlicher Feldherr, hatte eine Ahnung hieven, ob-wohl zu spät, als er die Seite 414 angeführten Zeilen an La-sen illade schrieb. Aber auch er konnte sich von den Vorurthei-

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