Band 
Erster Band.
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Gegen den Prinzen Ludwig von Baden erhob sich nach sol-chen Vorgängen das englische Kabinct, und verlangte durch seinenGesandten, Lord Sunderland zu Wien, die Entlassung desselben,als das einzige Mittel, wodurch die Angelegenheiten in Deutschlandneuen Umschwung erhalten könnten. Allein dieser Versuch erscheintals ein politischer Mißgriff. Der Kaiser mußte einen deutschenFürsten zum Stellvertreter eines Generalissimus im Reiche haben.Der damalige Geist, der Einfluß der Jesuiten, vielleicht auch Oest-reichs Nebeninteressen erheischten, daß es ein katholischer Fürst sey,und bei dieser Voraussetzung konnte die Wahl keinen andern treffen,als den in Oestreichs Feldzügcn grau gewordenen Prinzen Ludwig,der, was nicht übersehen werden durfte, ein naher Verwandter desersten Ministers von Salm war. Somit entstand ein heftigerNotenwechsel von Anklagen und Rechtfertigungen. Durch erstereaus seiner Unthätigkcit aufgeschreckt, trat Prinz Ludwig mit bei-nahe jugendlicher Thätigkeit auf den Kampfplatz, den er, trotz derwiederholten Bitten des Herzogs von Marlborough, bisher hart-näckig gemieden hatte. Ende August's trug er den Kriegsschau-platz auf das linke Rheinufer, sprengte die Linien der Motter, er-oberte im September Druscnheim und Anfangs Oktober Hagcnauund drängte Villars unter die Kanonen von Straßburg zurück.Der Feldzug endigte hier von Seiten der Kaiserlichen mit derBlockirung von Fort Louis.

Nur in Spanien und Portugal waren die Waffen derVerbündeten im entschiedenen Vortheile. Gibraltar ward nach einerlangwierigen Belagerung durch eine englische Flotte entsetzt undder französische Marschall Tessö, welcher dieBercnnung mit spa-nischen Truppen fortsetzen wollte, mußte mit beträchtlichem Ver-luste abziehen.

Lord Galway, der neue Oberbefehlshaber in Portugal, drang,ohne Widerstand zu finden, bis Valencia und Alcantara vor, er-stürmte diese Plätze, und zwang Albnquerqne, die Thore zu öffne»,während der portugiesische General Dos-Minas Salvatierra er-oberte. Die drückende Sommerhitze machte hierauf den Operatio-nen für einige Zeit ein Ende. Zu Ende Julis begannen dieselben