Vorwort.
Die entschiedene Theilnahme, welche das Publikum unsern beiden frühern ency-klopädischen Bearbeitungen der Zeitgeschichte, dem „Conversations - Lexikonder neuesten Zeit und Literatur" von 1832—34 und dem „Conversations-Lerikon der Gegenwart" von 1838 — 41, erwies, hat uns nicht verkennenlassen, wie sehr dergleichen Darstellungen dem lebendigen Wissensdrangs unddem praktischen Bedürfnisse der Zeitgenossen entsprechen. Wir faßten darumschon längst den Entschluß, die encyklopädische Behandlung des zeitgeschichtli-chen Lebens von Zeit zu Zeit zu erneuern, und versprachen auch am Schlüssedes „Conversations-Lexikon der Gegenwart", daß wir später, zu geeigneter Zeitund in geeigneter Form, den abgebrochenen geschichtlichen Faden wieder auf-nehmen würden. Seitdem hat sich bei dem reißenden Aufschwünge der Geister,dem heißen Kampfe der Principien und Parteien und der unermeßlichen Anhäu-fung der Thatsachen das Bedürfniß nach übersichtlicher und organischer Erkennt-niß Dessen, was die Zeit bewegt und was dieselbe hervorbringt, nur noch ge-steigert. Namentlich geben hiervon die Bemühungen der periodischen Literatur,die Resultate der Wissenschaft und des Lebens möglichst zusammenhängend undim Ganzen zu erfassen, ein sprechendes Zeugniß. Diese Wahrnehmungen ver-anlaßten uns bereits gegen das Ende des vorigen Jahres, die Vorbereitungenzur Ausführung des gegenwärtigen Unternehmens zu treffen, das sich als eineselbständige Darstellung der Ideen und Thatsachen, welche das geschichtliche Lebender Gegenwart bilden, seinen beiden Vorläufern anschließt, zugleich aber auchbestimmt ist, unserm Hauptwerke, dem zum neunten male regenerirten „Con-versations-Lexikon", als Supplement zu dienen.
Hätten wir nicht, als wir uns diesen Vorbereitungen unter dem schwülenDrucke der politischen Atmosphäre zuwandten, das Herannahen einer großenKatastrophe mit Jedermann gefühlt und geahnt, gewiß, wir würden bei dem