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Erster Band.
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78 Das deutsche Volk in seiner Verbreitung über die Erde.

Bundesstaaten (mit Einschluß der von dem dänischen Königsgeschlechte regierten Her-zogthümer Lauenburg und Holstein) zu rechnen find.

2) Das Königreich Sachsen, ein Staat, der in seiner ganzen Ausdehnung,mit Einschluß seiner slawischen Bevölkerung von 30000 Menschen in der Oberlausitz,dem Deutschen Bunde angehört.

3) Der preußische Staat, dessen Slawen in Oberschlesien, der Lausitz, in Pom-mern, in West- und Ostpreußen, dessen Wallonen bei Malmedy zum DeutschenBunde gerechnet werden, während bis jetzt noch die halbe Million posenscher Deut-scher außer dem Bunde liegen.

4) Östreich, das Slawen in Böhmen, Mähren, Schlesien, Kärnten, Krain undSteiermark, und Italiener im Küstenland, Jstrien und Friaul zum Bundesgebietzieht. Außerdem aber gehören unter das Scepter der östreichischen Monarchie dieihrer geographischen und politischen Lage wegen nicht zum Deutschen Bunde zäh-lenden Deutschen in Ungarn und in Siebenbürgen.

5) Das Herzogthum Schleswig, das in seinem südlichen Theile dem deutschenSprachgebiete zugehört und dessen politische Verhältnisse bisher so eigenthümlich wa-ren, daß es hier einer besondern Erwähnung bedarf. Das Land gehörte zwar bisjetzt nicht unmittelbar zum Deutschen Bunde, befand sich aber mit Holstein in un-zertrennlicher Realunion und demnach auch mittelbar mit dem Deutschen Bunde instaatsrechtlicher Beziehung. Mit dem dänischen Staate hingegen theilte es, wie Hol-stein und Lauenburg, nur die Dynastie, ohne daß diese sogenannte Personalunionein näheres staatsrechtliches Verhältniß zu Dänemark begründet, oder seiner staat-lichen Selbständigkeit irgendwie Eintrag gethan hätte.

6) Die Staaten des Königs der Niederlande. Von denselben gehört zumDeutschen Bunde das Großherzogthum Luxemburg mit dem Herzogthum Limburg,wiewol die luxemburgische Bevölkerung nur zu einem Theile deutsch spricht, zumandern aber wallonisch ist und ein verdorbenes französisch redet. Ferner das eigent-liche Königreich der Niederlande, das freilich nicht im Deutschen Bunde steht, dessenBevölkerung aber nach Sprache und Abstammung der deutschen Nationalität zuge-hört, wie schon der Name beweist. Während alle andern Länder Europas vondem bewohnenden Volke den Namen führen, benennt sich Niederland (Holland, d. i.Hohlland) nach seiner im Verhältniß zu Deutschland niedrigen Lage; die Deutschensind ihm die Hochdeutschen, seine eigene Sprache die niederdeutsche. Den Oberdeut-schen mögen die batavischen und belgischen Mundarten fremd scheinen, den Nieder-deutschen liegen sie so nahe, daß fast keine Sprachgrenze schwieriger zu bestimmen ist, alsdie zwischen plattdeutsch und holländisch, welche durch das alte, unvermischte, nationaleinige und nur politisch zwischen Hannover und Holland getheilte Friesland läuft.

7) Endlich die dem deutschen Staatsverbande ganz fremden Länder mit theilsüberwiegend deutscher Bevölkerung, wie Belgien und die Schweiz, theils mit unter-geordneter, wie Frankreich, Rußland, Sardinien, England, Nordamerika, Brasilien,Venezuela u. s. w.

Das Gebiet der deutschen Zunge umfaßt demnach 34 reindeutsche Bundesstaa-ten, dann das Königreich Sachsen mit Ausnahme einer slawischen Sprachinsel in derOberlausitz, ferner das Großherzogthum Luxemburg mit Limburg etwa zur Hälfte derBevölkerung. Der preußische Staat besitzt deutsche Bevölkerung: in den ProvinzenSachsen und Westfalen durchaus; in den Rheinlanden mit Ausnahme von Malmedyund Umgebung; in Pommern mit Ausnahme der kaffubischcn Nordspitze; in Branden-burg ohne die flämische Sprachinsel in der Niederlausitz; in Niederschlesien fast gan;,dagegen in Oberschlesien etwa zur Hälfte; in Ostpreußen zum größer», in Wcstpreu-ßen zum kleinern Theil, sodaß die Deutschen in der ganzen Provinz zwei Drittelausmachen; in Posen etwa eine halbe Million oder zu fünf Zwölfteln. Von Öst-reichs Bundeslandcn gehören zur deutschen Zunge: das Erzherzogthum Östreich,der größte Theil von Tirol; von Steiermark der brucker, judenburger und der größerTheil des grätzer Kreises; vom Kömgrcick Illyrim der größte Theil von Kärrner-