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Erster Band.
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Die Familie Cavaignae.

dem er auf alle desfallsigen Anträge erwiderte, seine Stellung erlaube ihm nicht, sichum die Stimmen der algerischen Wähler zu bewerben; das Interesse der Colonieerheische, daß die ernannten Abgeordneten daselbst kein Localamt bekleiden. Ein De-rret der Provisorischen Regierung vom 28. Febr. hatte ihn zum Divisionsgeneral ernannt;ein anderes Decret übertrug ihm das Kriegsportefeuille, welches er aber nicht an-nahm, weil man ihm die Concentcirung einer bedeutenden Truppenmacht zu Parisverweigerte. Ein drittes Decret berief ihn auf sein Ansuchen nach Paris, damit eran den Arbeiten der Nationalversammlung Theil nehmen-konnte. Er sagte der bür-gerlichen Bevölkerung Algiers Lebewohl in einer Proclamation, worin er die Ansich-ten aussprach, die bei der künftigen Verwaltung der Colonie in Anwendung ge-bracht werden sollten. Am 12. Mai reiste er von Algier ab und kam erst nach demAttentat des 15. Mai in Paris an. Die Commission der Exekutivgewalt beeilte sich,ihm den Posten anzuvertrauen, wozu die provisorische Regierung ihn von Anfangan berufen hatte, und der ihm jetzt durch die Macht der Umstände vorbehalten schien:sie ernannte ihn durch einen Beschluß vom 17. Mai zum Kriegsminister. Der kläg-liche Vorgang vom 15. Mai hatte die Nothwendigkeit gezeigt, die Streitkräfte inEiner Hand zu concentriren. Der Präsident der Nationalversammlung übertrug Ca-vaignac darum am 23. Mai den Oberbefehl über alle zur Beschützung der Kammerbestimmten Truppen.

Cavaignae säumte nicht, das ihm erwiesene Vertrauen zu rechtfertigen und sichneue Ansprüche auf Frankreichs Achtung zu erwerben. Wenn mit seinem Auftretenin der Nationalversammlung auch nicht gerade sehr glänzende Nednertriumphe ver-bunden waren, so hat er sich doch jedesmal höchst männlich und würdig benommen.In der Absicht, die patriotischen Gesinnungen dadurch zu befördern, daß er nament-lich den jungen Leuten der arbeitenden Classen, die von der Stockung des Handelsund Gewcrbwcsens litten, eine ehrenvolle Laufbahn eröffnete, legte Minister Cavaignaein der Sitzung vom 7. Juni den Entwurf eines Decrets vor, nach welchem jeder Fran-zose, der volle 17 Jahre alt, sich freiwillig bei der Landarmee anwerben lassen durfte.Nach dem Gesetz vom 21. März 1832 war das Altersminimum für freiwilligen Ein-tritt auf das 18. Jahr festgesetzt. In der Sitzung vom 8. Juni befragte der Reprä-sentant Heckeren den Kriegsminister über einen Vorgang, der sich angeblich in Troyesereignet hatte. Die Nationalgarde sollte dort einem Infanterieregiment mit dem Ruf:Vivs Ig köpudli^us! entgegengezogcn sein, das Regiment hingegen sollte mit demAusrufe: Vivs Uoui8-b>apolson! geantwortet haben. Cavaignae erwiderte auf dieInterpellation: der Regierung sei keine derartige Nachricht zugekommen, und jenes Ge-rücht sei daher erlogen. „Es fällt mir nicht von weitem ein", setzte er hinzu, „gegeneinen unserer Mitbürger eine so schreckliche Anklage zu erheben. Auch halte ich, willund muß ich Denjenigen für unschuldig halten, dessen Name so unglücklich vorangeschoben wird; sage ich es frei heraus: ich weihe dem allgemeinen Abscheu Jeden, dermit frevelhafter Hand die Landessreiheiten anzutasten wagt." Ein donnernder Bei-fall begleitete diese Worte. Alle Abgeordnete standen auf und ließen wiederholt denRuf: Vivs la Ilspubliqus ! Vernehmen. „Ja, Bürger", fuhr der General mitNachdruck fort, „ich weihe ihn dem allgemeinen Abscheu. Die Geschichte spart gro-ßem Ruhm, größere Ehre dem pflichtgetreuen Bürger auf, der seinen Namen, seineTüchtigkeit, sein ganzes Leben dem Wohl und Gedeihen der Republik zu widmenweiß, als dem Unglücklichen, der auf die Leiden des Vaterlandes zu zählen vermag."Unter anhaltenden, rauschenden Beifallrufen erhoben sich abermals sämmtliche Reprä-sentanten von ihren Sitzen und ließen wiederum den enthusiastischen Ruf: Vivs laUspuLIigue! erschallen.

In den Sitzungen vom 15. und 16. Juni begann in der Nationalversammlung«ine wichtige Verhandlung über die Einverleibung Algiers in Frankreich. CavaignaeDeutenden Antheil an dieser Verhandlung, und verwarf entschieden die völ-lige Gleichstellung Algiers mit Frankreich. Diese Gleichstellung, entwickelte er, könnesur das Mutterland große Gefahren nach sich ziehen, indem die Maßregel einst eine