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Die Erde als Glied -es Kosmos betrachtet. ^
«fischen Gewichtsbestimmungen als Einheit dient) zu erhalten; und manche Methoden !wurden vorgeschlagen und praktisch versucht, um das gewünschte Ziel zu erreichen.
Zuerst verglichen Maskelyne und Hutton die Masse eines Bergs mit der der Erde,indem sie die durch erster« bewirkte Ablenkung eines Pendels von der lothrechtenLinie beobachteten und sodann das Volumen wie das specifische Gewicht der Erd-und Felsarten des Bergs untersuchten. Letzteres war der schwierigste und mißlichsteTheil der Arbeit, und man muß der Umsicht Hutton's und Playfair's, die ihn über-nommen hatten, während Maskelyne den astronomischen Theil besorgte, alle Aner-kennung zollen. Leider ließ sich nur Hutton dadurch zur unbilligen Beurtheilung "
späterer Versuche, die auf einem andern Wege das gleiche Ziel anstrebten, verleiten,während doch der Erfolg gezeigt hat, daß sein Resultat für die Dichtigkeit der Erde( 4 ,713 der des Wassers) um mehr als den fünften Theil von der Wahrheit abweiche.
Wir müssen noch einer zweiten Methode erwähnen, obgleich ihre Anwendungschon dem Ansang unsers Jahrhunderts angehört, da ein richtiges Urtheil über diegegenwärtig zur Ausführung gekommene nur erlangt werden kann durch Vergleichungmit frühern. Es ist in vielen Fällen vortheilhafter die Zeit als den Raum direct zumessen, namentlich bei astronomischen und diesen verwandten Aufgaben, besonders da,wo durch beliebig weit fortgesetzte Wiederholung der Zeitbestimmung das Resultat ingleichem Maße an Schärfe gewinnt. Von diesem Gesichtspunkte ging Carlini aus,als er es unternahm, die Dichtigkeit der Erde durch ein Pendel zu bestimmen,das er aus der Höhe eines Bergs schwingen ließ, während ein anderes Pendel vongleicher Länge am Ufer des Meers seine Schwingungen machte. Der Unterschied inder Schwingungszeit beider wird von zwei Umständen abhängen: der Differenz derHöhe (also auch des Abstandes vom Mittelpunkt der terrestrischen Anziehungskraft)und der Masse des Bergs in seinem Verhältniß zur Masse der Erde. Die erstereWirkung läßt sich genau berechnen; zieht man also diese von Dem ab, was dieBeobachtungen ergeben haben, so muß die vom Berge abhängende Differenz reinund »»vermischt erscheinen. Aus ihr nun läßt sich das Verhältniß der Bergmassezur Erbmasse herleiten, und wenn man die erstere durch ein ähnliches Verfahren,wie Hutton und Playfair, untersucht, so wird sich auch Dichtigkeit und Masse dergesammten Erde ergeben.
In dieser letztem Bestimmung aber besteht eigentlich die schwache Seite beiderMethoden. Es kann nur wenig fruchten, ein Element der Berechnung sehr scharfzu bestimmen, wenn man ein anderes ebenso wesentliches nur ungenau erhalten kann.
Da es nun rein unmöglich ist, den ganzen 6 — 8000 Fuß hohen Berg abzugrabenund durchzuwiegen, auch selbst angenommen, daß die immerhin höchst mühsame undverwickelte körperliche Durchmessung desselben vollständig und genügend durchzuführensei: so wird auch selbst bei absolut genauen Pendelbeobachtungen die Bestimmungder Erddichtigkeit mit derselben verhältnißmäßigen Ungewißheit behaftet sein, wie dieherausgebrachte mittlere Dichtigkeit der Erd- und Steinarten, aus denen der Bergbesteht. Wirklich abschürfen kann man ihn immer nur bis zu einer im Ganzen ge-ringen Tiefe, und man muß nun für das Übrige nach gegebenen Analogien eine geogno-stische Hypothese bilden. Auch ist nicht zu übersehen, daß die Vergleichung der Längebeider angewandten Pendel mit äußerster Genauigkeit durchgeführt werden muß.
Wenn z. B. bei Carlini's Methode diese Vergleichung um ein Hunderttausendtel(etwa ein Zehntel Haardicke) verfehlt worden wäre, so würde die daraus geschlosseneDichtigkeit der Erde um ihren zweiundzwanzigsten Theil fehlerhaft sein. „
Sonach konnten die Astronomen sich nicht verhehlen, daß die nahe Übereinstim-mung des Carlini-Biot'schen Resultats mit dem Maskelyne-Hutton'schen (4,sz? und4,731) noch kein entscheidender Beweis für ihre Zuverlässigkeit sei, und daß, wennsich jener erwähnte Mangel in der Untersuchung des Bergs nicht beseitigen lasse, alleweitere Verschärfung der Theorie und der Meßapparate wie alle Sorgfalt und Be-harrlichkeit der Beobachter wenig fruchten werde. Aus diesem Grunde hat man nundie Drehwage, die zwar schon von Cavendish (1790) und Reich (1836) angewandt