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Der Kaukasus-
gerade Dolch, welcher am meisten dem kurzen zweischneidigen Schwerte der Römerähnelt, Feuerzeug und ein Fetkbüchschen befestigt wird. Die Beinkleider entsprechenden uuserigen, werden aber anstatt eines Trägers durch einen Zug um die Hüftenherum in ihrer Höhe erhalten. Die Strümpfe bestehen aus zwei Stücken: aus denSocken, die nur den Fuß, und aus den eigentlichen Strümpfen, welche die Wadenumschließen. Die letzter» sind häufig aus Leder verfertigt. Anstatt der Schuheträgt man auch Stiefeln mit gcschnäbeltcr Spitze und erhöhtem Absätze. Die Kopf-bedeckung besteht aus einem wattirten Deckel, der den obern Theil des Kopfes ringsumschließt und am Rande mit einem breiten Pelzstreifen versehen ist. Dieser wirdbei den östlichen Völkern meist aus langhaarigem, weißem Ziegen-, bei den westlichenhingegen aus kurzem, schwarzem Schafpelz verfertigt. Außer den schon genanntenWaffen trägt der Kaukasier noch einen wenig gekrümmten Säbel, und eine schmal-kolbige, aber lange Flinte, die er in der Regel beim Schießen auflegt. Die weiblicheKleidung ist bei den Stämmen des mehr unfruchtbaren Gebirgs sehr einfach, indemoft nur ein weites blaues Gewand den Körper umschließt. Weite, meist braunrotheBeinkleider werden fast durchgängig getragen. Der Kopf ist in der Regel unbedecktund das schöne Haar wird in Flechten vereinigt. In den wohlhabenden Familienherrscht bei den Frauen auch ein größerer Luxus. Es genügt dann keineswegs dieeinfache, eben beschriebene Kleidung, sondern ein seidenes, dem Oberkörper engan-schließendes und bis zum Fuße oder nur bis zum Knie Herabreichendes Kleid wirdüber das Hemd gezogen ; ein zweites, oft aus Sammet verfertigtes und mit Pelzoder Gold- und Silbertressen besetztes Gewand bedeckt wiederum dieses und entspricht'der russischen, auch bei uns eingeführten Kadsawccha. Die Beinkleider werden indiesem Falle am häufigsten aus gelber Seide verfertigt. Wo dieser Luxus herrscht,steht man auch die Wohnungen nicht mehr so einfach. Es sind mehre Zimmer vor-handen, und vor allem die weiblichen von den männlichen geschieden. Teppiche derschönsten Art bedecken die einzelnen Gemächer.
Was die Bevölkerung anlangt, so ist sie im Gebirge verhältnismäßig zahl-reicher als in der Ebene; ihre Zahl mit Bestimmtheit anzugeben, gehört heutzutagenoch zu den Unmöglichkeiten. Über eine Million beträgt sie auf jeden Fall. Nach
einer approximativen Schätzung zählen:
1) die Tscherkessen. 280000 Seelen.
2) die Abasten. 140000
3) die Osten . 60000
4) die georgischen Bergstämme 50000
5) die Tschetschen. ..110000
6) die Lesghier.. . 400000 -
7) die tatarischen Stämme . . 80000
Zusammen also 1,200000 Seelen.
Wenden wir uns nun den einzelnen Völkern des Kaukasus zu und beginnen imWesten, also mit der Küste des Schwarzen Meeres, so treten uns hier die Tscherkessenentgegen. Die Tscherkessen oder Circassier, ein uraltes Volk, hat doch erst seit dem Jahre1836 durch die Wegnahme des englischen Schiffs Vixen und den neuern Kämpfender kaukasischen Völker mit den Russen die allgemeine Aufmerksamkeit aufsichgezogen.Der Name bedeutet, wie man behauptet, weder Kopfabschneider noch Räuber, son-dern ist nach den Nachrichten der alten Griechen aus der uralten Benennung Ker-keren entstanden. Später führen die Griechen an der Ostküste des Schwarzen Meeresdie Zichen auf, während die Kerketen mehr landeinwärts wohnen. Noch heutzu-tage nennen sich auch die Tscherkessen am Meere und südlich vom Kuban Adighe,während die der Kabarda, also südlich von der Malka und am Terek, vorzugsweiseTscherkessen heißen. Bei den Adighen herrschte bis in die siebenziger Jahre des vori-gen Jahrhunderts das Feudalwesen, wonach das ganze Volk in vier Classen: Fürsten,Edelleute, Freie und Sklaven zerfiel. Jetzt hat Derjenige, welcher sich durch Tapfer-