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Vierter Band.
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Der Furrfzigeransschuß. 433

Bundestage über eine vorläufige, festere Gestaltung der deutschen Bundesgewalt. Sieziehen sich fast durch die ganze Zeitdauer seines Bestehens hin, und berühren denKern der schwierigsten Frage, derselben, an deren mißlungener Bewältigung späterdas Parlament langsam hinsiechend sterben sollte.

Es wird nicht überflüssig sein, den geschichtlichen Verlauf dieser Verhandlungengenauer zu verfolgen. Zwei hannoverische Mitglieder des Ausschusses, Freudenthcilund Zachariä, und der Bremer Duckwitz hatten Anträge gestellt, eine Geschäftsord-nung für das Parlament zu entwerfen. Zur Erwägung der Sache wurde ebenfallseine Commission erwählt, bestehend aus Stedmann von Koblenz, Wächter, Reh,Wippermann und Schwarzenberg von Kassel (17. Apr.). Da diese Commissionsich mit den Siebzehnern (den Vertrauensmännern), welche auf Veranlassung desBundestags denselben Gegenstand in Erörterung genommen hatten, in Verbindungsetzen sollte, so übertrug man ihr zugleich die Begutachtung eines andern Antrags,welcher ebenfalls eine mit jenen gemeinsame Berathung erfoderte. Dies war derAntrag von Wächter: der Ausschuß, die Bundesversammlung und die Siebzehnermochten eine Commission aus ihrer Mitte ernennen, um vereinigt die außerordent-liche Lage Deutschlands, und besonders die Maßregeln, die in diesen Verhältnissengeboten seien, in Erwägung zu ziehen. Die Siebzehner hatten, hauptsächlich wol inFolge der drohenden badischen Bewegung, schon am 12. Apr. den Bundestag ersucht, fürallgemeine Volksbewaffnung und für die zur Leitung der auswärtigen Angelegenhei-ten Deutschlands erfoderlichen Einrichtungen Sorge zu tragen. Zugleich aber er-klärten die Siebzehner dem Bundestag, es sei nach ihrer Ansicht erfoderlich, daß erseine vollziehende Gewalt unverzüglich an eine kräftigere, aus wenigen Personen be-stehende Behörde abtrete, welche die oberste Leitung der allgemein deutschen Angele-genheiten zu übernehmen habe. Diese Äußerung der Siebzehner (welche in den ge-druckten Protokollen derselben sich freilich nirgend erwähnt findet) wurde namentlichvon Welcker, dem badischen Gesandten, mit Lebhaftigkeit aufgegriffen. Er stellte denAntrag bei der Bundesversammlung: sie möge sämmtliche Regierungen auffodern,die bei der Neugestaltung des Bundes unfehlbar zu begründende executivc BundeS-gewalt jetzt schon provisorisch ins Leben zu rufen; diese solle aus drei Mitgliedernbestehen, deren eines von Ostreich, eines von Preußen, das dritte aus mehren, vonBaiern vorzuschlagenden Personen durch die übrigen Bundesglieder zu ernennen sei.Die Befugniß dieser bis zur Beendigung des Verfaffungswerks fortbestehenden Ge-walt solle dahin gehen, unter eigener Verantwortlichkeit und in wichtigen Fällen,nach dem Rathe der Bundesversammlung, die zum Wohl des Gesammtvaterlandesnöthigen Maßregeln zu treffen, insbesondere auf Ernennung eines Oberfeldherrn Be-dacht zu nehmen, und für Vertretung Deutschlands gegenüber dem Auslande zusorgen. Der Welckcr'sche Antrag ist nach den gedruckten Protokollen der Bundes-versammlung erst am 18. Apr. förmlich gestellt worden; es unterliegt jedoch keinemZweifel, daß man den Gegenstand schon mehre Tage vorher vertraulich behandelthatte, ja daß er hier früher als bei den Siebzehnern zur Sprache gekommen war, 'da Welcker selbst als der Urheber des Plans mit Sicherheit bezeichnet werden kann.

Die Siebzehner waren es sodann, von welchen die Anregung zu einer gemein-samen Thätigkeit mit dem Ausschusse gekommen. Der sächsische VertrauensmannTodt hatte die Sache vermittelt; die angebotene gemeinschaftliche Besprechung we-gen einer Geschäftsordnung für die Nationalversammlung gab nur Dorwand undGelegenheit her. Die am 17. Apr. ernannte Commission des Ausschusses hielt nocham demselben Tage eine Zusammenkunft mit einer Commission der Siebzehner, wozuauch der Vorsitzende, Soiron, geladen wurde. Von jener Geschäftsordnung war> dabei gar keine Rede. Die Commission der Siebzehner theilte ihren Antrag mit;die des Funfzigerausschusses zeigte sich damit einverstanden.

In der geheimen Ausschußsitzung vom 18. Apr. erstattete der Kanzler vonWächter Bericht über die gepflogene Berathung. Er stellte die Sache so dar, alsDie Gegenwart. IV. 28