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Vierter Band.
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Die Afghanen und ihr Reich.

fiem der parlamentarischen Herrschaft hinübergeleitet worden sind, mit einer für jeneZeit merkwürdigen Ordnung und Klarheit, so hat der Funfzigerausschuß hierbei einnicht geringes Theil des Verdienstes. Trotz seines reinrevolutionairen Ursprungs hater nie die Besonnenheit aus den Augen verloren; und obschon sein Dasein und seineBerechtigung nicht die geringste gesetzliche Stütze hatten, so hat er doch am kräftig-sten für die Erhaltung der Gesetzlichkeit gewirkt. Die ganze Handlungsweise desFunfzigerausschuffes ist ein neuer glänzender Beleg für den Erfahrungssatz, daß keineGewalt und keine Regierung ihrem Ursprünge gemäß zu handeln pflegt. Währendlegitime Herrscher, denen an der Bewahrung des Rechts, an seiner Forterzeugungaus sich selbst, Alles gelegen sein muß, oft durch eine Gewaltthat das unbequemeGesetz beseitigten und die Willkür des Augenblicks zur Regel erhoben: bemühten sichhier einige Männer, welche, in wirrer Bewegung auf den Schultern des Volks em-porgetragen, vielleicht die Gefahr jener Gesetze erkannten, die in schlimmer Zeit wederdurch noch für das Volk gemacht waren, dennoch das bestehende Recht zu stärkenund zu erfrischen, um seine Wiedergeburt auf dem reinjuristischen Wege zu erwirken.So handelten die widergesetzlich Beauftragten des Volks höchst gesetzlich; sie handel-ten bedenklicher und gewissenhafter, als die Geschichte uns von den gesetzmäßigenRäthen der Krone zu berichten pflegt. Vielleicht enthält diese Anerkennung, die wirdem Ausschuß zollen müssen, zugleich den stärksten Vorwurs gegen die politische Ein-sicht seiner Mitglieder.

Die Afghanen und ihr Mich.

Ä)!it dieser Abhandlung beginnen wir die Darstellung einer neuen Seite der Ge-genwart. Asien hat gleichwie Europa in den letzten Zähren große Veränderungenerlitten und wird ebenfalls in der nächsten Zukunft noch größere erleiden. Das be-kannte Wort Mirabeau's: „Die Revolution wird die Erde umkreisen", geht in die-sen Tagen seiner Erfüllung rasch entgegen. Die Umgestaltung des Ostens zeigt sich,wie die des Westens, in zwiefacher Weise. Sie ist eine innerliche, eine Erneuerungdes Geistes, ein Hervordringen anderer religiösen, staatlichen und bürgerlichen Be-dürfnisse; dann eine äußerliche, in Folge des Einsturzes der kleinern Staaten undihrer Verschmelzung mit den beiden Weltreichen der Engländer und Russen. Diegewaltige Gährung und die bereits erfolgten Erschütterungen in unserer Nähe mußtenin den letzten Jahren, dem natürlichen Verlauf der Dinge gemäß, unsere Blicke vondem Oriente abziehen und ausschließlich dahin wenden, wo unsere innigern Neigun-gen, wo unsere nächsten und größten Interessen auf dem Spiele standen und stehen.Die Aufgabe der „Gegenwart" ist aber, was auch bereits in ihrer Ankündigungausgesprochen worden, eine universal-historische. Sie wird das Bild der ganzen gro-ßen Zeit, das Leben aller Völker, die fortschreitende Bewegung der gesammtcn Mensch-heit in einem dem gewaltigen Stoffe angemessenen Rahmen zusammenfassen, zurAnregung und Belehrung der Mit- und Nachwelt. Die große Reformbewegungunter den Völkern Zndiens und Chinas; die Erhebung und der Untergang desReichs der Sikh; die Einverleibung der Länder am untern Indus mit dem anglo-asiatischen Reiche; die Befahrung dieses Flusses und einiger andern Ströme desOstens vermittels der Dampfkraft; das geistige und materielle Netz, mit welchem dieeuropäischen Studienanstalten, die christlichen Sendboten und die Eisenbahnen mehreLänder Asiens und namentlich Indiens umziehen: Alles dies und vieles Andere ge-hört zu einem vollständigen, abgerundeten und harmonischen Bilde der Gegenwart.