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zu nehmen. Fateh blieb nun blos auf seine eigene geringe Mannschaft angewiesen,und mit dieser ging er dem Entscheidungskanipf entgegen. In dem Nimlahthale,von dem gleichnamigen Flüßchcn genannt, zwischen dem Dorfe Eandamak und Dsche-lalabad, trafen sich die Feinde., Den Mangel an Truppen ersetzte Fateh durch kalt-blütigen Muth und geistige Überlegenheit. Das bciwcitem zahlreichere Heer desSchudschah ward (1809) vollkommen geschlagen, und der Fürst nochmals gezwungen,sich mit wenigen seiner Getreuen in. den zahlreichen Schluchten und Bergwaldungender Gegend vor den Nachstellungen seiner Feinde zu verkriechen. Fateh setzte nunseinen Schützling Mahmud zum zweiten mal auf den Thron; dieser mußte sich abermit dem bloßen Namen der Herrschaft begnügen: die eigentliche Macht nahm derBaraksi-Khan in Anspruch. An seine Brüder, es waren deren 21, vertheilte er dieStatthalterschaften und die andern obersten Ämter im Civil und Kriegswesen. DieDuranimonarchie und die Herrschaft der Sudosi hatte der That nach jetzt schonaufgehört. Schah Schudschah versuchte es zwar einige mal, sein gesunkenes Glück'zu erheben; es waren aber alle Anstrengungen vergebens. Er mußte der Macht derBaraksi weichen und endlich, nachdem er alle Bitterkeiten des Lebens, selbst Todes-ängsten^ nicht ausgenommen, gekostet hatte, bei dem ärgsten Feinde der Afghanen,dem Fürsten der Sikh in Lahor, eine Zuflucht suchen.*)
Königsberg
in stiiier politisch-socialen Entwickelung des letzten Jahrzehnds.
§)ie geographische Lage eines Orts wird in hohem Grade den Einfluß bestimmen,den er auf die Gesammtheit des öffentlichen Lebens, bis in die Ferne hin, ausübtund auch wieder empfängt. Diese Abhängigkeit eines Orts von seiner Lage ist al-lerdings in neuerer Zeit um ein Bedeutendes gemindert worden durch Eisenbahnund Dampfschiff. Wenn aber ein Ort in das Doppelsystem dieser beiden neuenBewegungen noch nicht aufgenommen worden, wie dies für Königsberg in Preu-ßen von dem Eisenbahnnetz noch ganz und gar der Fall ist, von der Dampfschiff-fahrt noch zum Theil; wenn er sogar, wie unsere Stadt, in seiner natürlichen Lagenach der östlichen Grenze hin zurückgedrängt ist: so wird ihm jener Einfluß in dieFerne wie aus der Ferne wieder zurück um Vieles erschwert sein, und wenn auchnicht immer Wirkung und Gegenwirkung ausbleibe», so werden sie doch wenigstensnicht stets in gleichmäßigen Pulsen erfolgen. Es wird nicht leicht zu einer raschenGegenseitigkeit kommen zwischen hüben und drüben, zu einer Gegenseitigkeit, welchesich bleibend erhalten könnte.
Dennoch ist es Königsberg möglich gewesen, trotz der Ungunst seiner geographi-schen Lage, schon zwei mal eine weitreichende Wirkung auf die Gestaltung des Lebensin der Öffentlichkeit auszuüben. Ein mal zur Zeit Kant's, und zwar durch Kantselbst, wie durch jene andern ausgezeichneten Männer, -welche damals in der genann-ten Stadt eine der ergiebigsten Literaturperivden veranlaßten. Wir nennen hier nur
*) Es war in dem vorliegenden Artikel unser Zweck, durch die geschichtlich-ethnographischeSkizzier»',, des Afghanenreichs, um welches sich, wie wir sahen, die Verhältnisse von ganzMittelasien gruppiern, eine Grundlage für die Darstellung der neuern Vorgänge und Ver-wickelungen in Mittelasien zu gewinnen- Erst der in kurzem folgende Artikel: „Die Eng-länder und Russen in Mittelasien", wird auch die neuesten Vorgänge in Afghanistan, denenglisch - afghanischen Krieg, die Niederlage des angloindischcn Heers u. s. w., behandcln-
D. Red.