530 Das Cap der guten Hoffnung.
grenzt wird, enthält Kupfergänge, die nach Sir John Herschel sehr reichhaltige Erzeliefern. Deswegen hatte auch schon der Gouverneur Maitland beabsichtigt, diese Ne-gion der Colonie einzuverleiben.
Endlich ist noch der Hafen Ostlondon an der Buffalomündung in Kaffraricrnebst einem Nayon von zwei Meilen der Colonie unmittelbar einverleibt worden. DerOrt wird gewiß große Wichtigkeit erlangen, denn der Buffalo ist der Schlüssel Kaffrar-rias. Die Umgegend hat ein schönes Ansehen; ein reiches Grasland fällt sanft nachdem Strande zu ab. Der Hasen bietet eine halbe Meile vom Ufer den vortrefflich-sten Ankergrund in 10'/- Faden Tiefe, und ist nur gegen Südwinde offen, die aberhier nie von Heftigkeit sind. .Die Einfahrt größerer Schiffe in den Fluß hindert einebewegliche Sandbank; man glaubt diesem Misstande durch Beschränkung des Fahr-wassers abhelfen zu können.
Die Grenze der Colonie läuft gegenwärtig von der Mündung des Keiskammain ziemlich gerader Linie nach Norden, bis sie unter 30" 30^ den Oranjefluß er-reicht, und folgt dann diesem großen Strome zum Atlantischen Ocean.
Die der Colonie angehängten Länder: Kaffraria und das Land der emigrirten Boers.
Außerhalb der Coloniegrenze befinden sich, der Colonie nicht einverleibt, aberihr angehängt und unter der unmittelbaren Regierung des Gouverneurs derselben,das britische Kaffraria und das Land der ausgewanderten Boers im Nordosten.
r. Das britische Kaffraria grenzt im Westen an den Keiskamma, die Tschumieund an den Gaika-Kop, im Nordwesten und Norden an den Klip - Plaatsfluß, imOsten an den Kei und im Süden an den Ocean. Es mißt von Westen nach Ostengegen 60 und von Norden nach Süden gegen 90 Meilen. Das Hauptgebirge iffdas mit dem Gaika-Kop verbundene, an 30 Meilen von Westen nach Osten ziehendeAmatolagebirge, an seinem Ostende auch Kabousiegebirge genannt. Der wichtigsteFluß ist neben den beiden großen Grenzflüssen der Buffalo. Kaffraria besitzt aberaußerdem einen großen Wafferreichthum und hat mithin einen hohen Grad von Frucht-barkeit. Sowol Kaffee, Zucker, Flachs als jede Art von Getreide würde gedeihen;die Anhöhen sind vortrefflich zur Schafzucht geeignet." Sollte der Versuch, die Ein-geborenen zur Gesittung zu gewinnen, der von dem gegenwärtigen so ausgezeichnetenAdministrator Sir Harry Smith begonnen worden, wirklich gelingen, so dürfte denBriten dieser Theil ihrer südafrikanischen Besitzungen sowol durch seine Ausfuhr wiedurch die Einfuhr britischer Manufacten sehr wichtig werden. Gegenwärtig bauen dieKaffern nur Hirse. Die Hauptartikel ihres Tauschhandels sind Gummi, Häute, Felle,Talg und Elfenbein. Ihre Viehzucht beschränkt sich auf Rinder und Ziegen. DasLand wird von Häuptlingen nach Kafferngesehen regiert unter der Oberaufsicht derColonialregierung, die durch einen Hauptcommissar und Commandanten wie durchmehre Civilcommissare vertreten ist. Die zahlreichen Forts sind von englischem Mi-litair und der von englischen Offizieren befehligten, recht rüstigen Kaffernpolizei be-setzt. Nur in den Forts und deren Rayon von zwei Meilen dürfen sich Europäer(Missionare, Kaufleute u. s. w.) ansässig machen, da das Land selbst ausschießlich denKaffernstämmen belassen worden. Sir Harry Smith theilte das Land in acht mitenglischen Namen belegte Grafschaften ein.
v. Das Gebiet der ausgewanderten Holländer jenseit des Oranjeflusses ist einStrich von etwa 50000 Quadratmeilen, der im Süden vom Oranje, im Westen vomVaalfluß, und im Osten vom Drakenberg begrenzt wird. Dieses ganze Gebietzerfällt in drei Bezirke: Bloemsontcin im Südwesten, Winberg im Nordosten,Caledonfluß im Südosten. Die drei Ortschaften gleiches Namens bilden die Markt-plätze des Landes. Der mit einzelnen, oft steilen Hügeln besetzte Boden ist frucht-bar, und überall findet sich schöne Weide und reichliches Wildpret. Wasser ist nichtgerade im Innern im Überfluß vorhanden, doch kann diesem Misstandc leicht durchIrrigation begegnet werden. Dagegen fehlt es an Bäumen wie an Büschen. Die Ackerund Gärten der Emigranten zeugen bereits Von sorgsamer Cultur; die Häuser befln-