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Fünfter Band.
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146 Der pfälzisch-badische Krieg vom Jahre 1849.

SO Todten und Verwundeten ausgeführt wurde. Hierauf ordnete er seinen Rückzug,und in demselben Augenblick, wo er ihn antrat, kamen vom jenseitigen Ufer zweiGeschähe zurück, welche ihn in den Stand sehten, denselben unter einem lebhaftenFeuer zu bewerkstelligen. Die Preußen mußten jede der Barrikade erobern, ehe siesich als Herr derselben betrachten konnten. Die 1. und 2. Compagnie des 28. In-fanterieregiments (Rheinländer) nahmen die erste Barrikade; die 2. Compagnieunter einem heftigen Kugelregen die zweite und dritte. So gelangte man an dieRheinbrücke, konnte aber hier nicht weiter, weil die Aufständischen unter dem Feuerder bei Manheim stehenden Geschütze die Nheinbrücke gleich hinter sich abgefahrenhatten. Der Feind vermochte den Abziehenden, da sein Artilleriefeuer durch die

Häuser von Ludwigshafen maskirt wurde, nicht zu schaden. Er besetzte mit dem

1. Bataillon des 28. Regiments die Stadt.

Obgleich auch von Feindes Seite zugegeben wird, daß die Aufständischen imGanzen brav kämpften, so soll doch das Bataillon des 28. Regiments, welches inLudwigshafen focht, keinen Mann verloren haben; dagegen wird berichtet, seien durcheinen Jäger vom 8. Jägerbataillon (Rheinländer) acht Mann der AufständischenSchuß auf Schuß erlegt worden. Das Letztere ist möglich, das Erstere aber sehrzu bezweifeln. Bei dem Abzüge Türr's hatten ohne Zweifel 24 — 25 Mann der

Aufständischen das Zeichen zum Rückzüge nicht rechtzeitig gehört. Als sie an den

Rhein kamen, fanden sie bereits einige Joche aus der Brücke herausgefahren. Sieeilten über das noch stehengebliebene Ende der Brücke, um in die eben abfahrendenPontons zu springen, doch zu spät. Es blieb ihnen nichts Anderes übrig, als sichLu das letzte Brückenponton des auf feindlicher Seite stehenden Brückentheils zu ret-ten, und hier saßen sie nun ohne Nahrung und Hülse, die ihnen von Manheim auszu bringen vergeblich versucht wurde. Einzelnen glückte es, das rechte Ufer zu er-reichen; die Andern jedoch schmachteten zwei bis drei Tage elend dahin. DerFeind durste nicht wagen sie zu holen, denn die auf der Brücke von Seiten derAufständischen aufgepflanzten schweren Kanonen verwehrten ihm das Annähern, undihre Freunde konnten ihnen ebenso wenig nahekommen, ohne von dem preußischenFeuer zermalmt zu werden. Glücklicherweise gelang es ihnen, daS Ponton, in welchemsie saßen, loszumachen, und nun ließen sie sich aufs Gerathewohl mit dem Stromforttreiben. Die Aufständischen schickten ihnen Boote zu Hülfe, die sie retteten.Fünf jedoch, die es nicht gewagt hatten, sich auf diese Weise preiszugeben, verhun-gerten oder fielen in die Hände des Feindes.

Die Bürgerwehr in Ludwigshafen, obgleich sie den Aufständischen ihre Hülfezugesagt, empfing die Preußen mit offenen Armen, und half womöglich noch bei derVerfolgung der abziehenden Volkstruppen. Dafür aber donnerte der junge Artille-riehauptmann Steck mit seinen Blousenmännern den Ludwrgshasern in den folgendenzwei Tagen einen Granatenregen auf daS Haupt, schoß ihre Lagerhäuser und dasDeutsche Haus in Brand, und hielt die einquartierten Preußen in Schach.

Peucker'S Angriff auf die Neckarlinie: Gefecht bei Käferthal (15. Juni); Kampf beiHirschhorn (15. Juni); Gefechte bei Ladenburg (15. und 16. Juni).

Etwa um dieselbe Stunde (am 15. Juni), wo in der Pfalz Hannecken Lud"wigöhafen angriff, erfolgte in Baden der Angriff Pcucker's gegen Käferthal, Laden"bürg und Schriesheim. Mieroslawski, welcher in Erfahrung gebracht hatte, darGröben erst in drei bis vier Tagen mit seinem Corps zur Unterstützung des Kampfsherbeikommen könne, concentrirte in der Voraussetzung, daß den Preußen bei Lu^Wigshafen der Übergang über den Rhein verwehrt werden würde, seine Truppsgegen Peucker, wie er in seinem Bericht sagt, „in der Absicht, ihn in den durchNeckar und Odenwald gebildeten Winkel vor Heidelberg zu drängen". Peucker hat^seinen Angriff zunächst auf den linken Flügel Mieroslawski's, auf Kaferthal gerichtetund warf bei seinem Anrennen die Avantgarde der Aufständischen auS Käferth^